Vor 31 Jahren : Hertha BSC und Otto Rehhagel – da war doch mal was…
20.02.2012 00:00 Uhr
Ist schon ein paar Jahre her, genau gesagt 31, und Hertha verdingte sich gerade dort, wo es in dieser Saison auf keinen Fall hingehen soll, nämlich in der Zweiten Liga. „Das war in Bremen, aber vor meiner großen Zeit“, erzählt Rehhagel. „Wir haben mit Eintracht Braunschweig und Hertha um den Aufstieg gespielt. Und dann gab es dieses Entscheidungsspiel in Berlin. Also, das war schon eine extreme Drucksituation“, viel dramatischer als das Unternehmen Abstiegsverhinderung im Frühjahr 2012.
Rehhagel war damals auf kuriose Weise zu dem Job in Bremen gekommen, nämlich als Krankheitsvertretung für Kuno Klötzer, der wiederum im Jahr zuvor bei Hertha entlassen worden war.
Klötzer hatte Werder auf Platz eins und Aufstiegskurs geführt, als er sich im Februar 1981 bei einem Verkehrsunfall einen Rippenbruch, Platzwunden und eine Gehirnerschütterung zuzog. Werders Manager Rudi Assauer wartete ein paar Wochen, und als Klötzer wegen bohrender Kopfschmerzen immer noch nicht auf den Trainingsplatz zurückkehren konnte, engagierte er Otto Rehhagel. Der erinnert sich, „wie der Rudi zu mir gesagt hat: Otto, du musst alle Spiele gewinnen, sonst steigen wir nicht auf.“
Rehhagel, als herumvagabundierender Feuerwehrmann an kurzfristige Projektaufträge gewöhnt, nahm die Herausforderung an. Nach leichten Siegen gegen Solingen, Aachen und Münster kam es am 16. April 1981 in Berlin zu dem, was Rehhagel heute als Entscheidungsspiel in Erinnerung hat, allerdings acht Spieltage vor Saisonschluss. Hertha stand in Lauerstellung auf Platz zwei und vor der komfortablen Situation, die beiden Aufstiegsrivalen aus Bremen und Braunschweig noch daheim zu empfangen. Das Olympiastadion war ausverkauft, und nachdem der spätere Bremer Yasuhiko Okudera Hertha in Führung geschossen hatte, feierte Berlin zur Pause schon die Rückkehr in die Bundesliga. Das war dann doch etwas voreilig, weil der spätere Hertha-Trainer Uwe Reinders schnell den Ausgleich schaffte. Kurz vor Schluss traf Pasi Rautiainen zum 2:1-Sieg für Werder, und Rehhagel knüpfte Hertha damit die Punkte ab, die zum Aufstieg fehlten.












