Sport : Hertha entfernt sich

Die Berliner gewinnen 2:0 beim Konkurrenten Fürth und bauen ihre Tabellenführung aus

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Jubel im Quartett. Niemeyers Tor zum 2:0 wird hier bejubelt von den Herren Lasogga, Hubnik und Mijatovic (v.l.). Foto: O. Winter
Jubel im Quartett. Niemeyers Tor zum 2:0 wird hier bejubelt von den Herren Lasogga, Hubnik und Mijatovic (v.l.). Foto: O. WinterFoto: Ottmar Winter

Im Berliner Fanblock brannten am Fürther Ronhof rote Leuchtfeuer. Hertha BSC wird wohl nicht um eine Geldstrafe herumkommen, aber das war aus Berliner Sicht nebensächlich an diesem 26. Spieltag der Zweiten Liga. Nach schleppendem Beginn raffte sich der Tabellenführer zu einer guten Leistung auf, siegte vor 12 790 Zuschauer ohne große Probleme 2:0 (1:0) bei der SpVgg Greuther Fürth und baute den Vorsprung auf den Zweiten FC Augsburg auf vier Punkte aus. „Die Mannschaft spielt in der Rückrunde sehr konstant“, sagte Manager Michael Preetz. Für die Berliner war es im neunten Spiel des Jahres bereits der siebte Sieg.

Anteil daran trug auch einer, der eigentlich gar nicht hatte dabei sein sollen. Christian Lell bereitete mit schöner Flanke das wegweisende Tor zum 1:0 von Adrian Ramos vor. Nur noch ein blauer Tapeverband kündete von dem vor zehn Tagen erlittenen Muskelfaserriss. Alle Beschwerden hatten sich über Nacht in Wohlgefallen aufgelöst, was Trainer Markus Babbel davor bewahrte, beide Außenverteidigerpositionen neu zu besetzen. Lewan Kobiaschwili war wegen einer Angina in Berlin geblieben, für ihn verteidigte der Brasilianer Ronny auf der linken Seite. Für seinen Bruder Raffael fand sich nur ein Plätzchen auf der Ersatzbank, weil Markus Babbel das zentrale Mittelfeld den defensiver orientierten Fabian Lustenberger und Peter Niemeyer anvertraute.

Die Absicherung nach hinten funktionierte dann auch ganz gut. Fürth erfreute sich zwar einer permanenten Feldüberlegenheit, konnte damit aber wenig bis gar nichts anfangen, weil die beiden Berliner Viererketten nur ein wenig ergiebiges Spiel in die Breite zuließen. Wie schon beim 5:0 in Aachen bekam Torhüter Maikel Aerts die Unterstützung, die ihm zuletzt in den Heimspielen zuweilen gefehlt hatte. Vor allem Ronny zeigte unerwartete Qualitäten, zuvor hatte er sich bei Hertha nur im Mittelfeld verdingt.

Nach vorne aber reduzierte der Tabellenführer seine Anstrengungen lange Zeit auf ein Mindestmaß. Raffaels Ideen und sein Zug zum Tor fehlten doch sehr. Ende der ersten Hälfte aber wurde es ein wenig besser. Die ersten Konter verschluderten Nikita Rukavytsya und Adrian Ramos noch. Es genügte schließlich ein richtig guter Angriff zur Führung. Bei Ronnys perfekt geschlagener Flanke kam Ramos noch einen Tick zu spät. Hertha aber blieb in Ballbesitz und verlagerte das Spiel auf die rechte Seite zu Lell. Der zirkelte den Ball genau auf den Kopf von Ramos, und schon hieß es 1:0.

Es geschah dies fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit, und jetzt hatten die Berliner ihren Gegner dort, wo sie ihn haben wollten. Die Fürther wollten ihr Spiel tiefer in die gegnerische Hälfte verlegen, aber so weit kamen sie gar nicht. Geschickt ließ Hertha den Ball laufen, es sah zeitweilig so aus, als hätte Babbel heimlich einen seiner Ersatzspieler als zwölften Mann auf den Rasen geschmuggelt. Ramos hätte schnell nachlegen können, aber das erledigte kurz nach der Pause dann Niemeyer, abermals per Kopf – nach einer Freistoßflanke von Rukavytsya.

Als Raffael nach einer Stunde noch für Lustenberger ins Spiel kam, war die Angelegenheit so gut wie erledigt. Immerhin, kurz danach hatten die Fürther ihre erste gute Gelegenheit, doch Herthas Kapitän Andre Mijatovic klärte gerade noch vor Felix Klaus. Die Gastgeber wurden zwar nun etwas forscher, in Gefahr aber geriet Herthas Erfolg nicht mehr. „Wir sind unserem großen Ziel wieder ein kleines Stück näher gekommen“, sagte Markus Babbel. Ärgerlich war nur, dass Peter Niemeyer seine zehnte Gelbe Karte sah und am Freitag in Ingolstadt fehlen wird. Das Gleiche gilt für Christian Lell, der dann definitiv zum ersten Mal in dieser Saison nicht in der Startelf stehen wird. Er muss ebenfalls gelbgesperrt zusehen.

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