Sport : Hertha erreicht gegen Sparta Prag nur ein Unentschieden

Klaus Rocca

Ein Fehler von Wosz kurz vor Schluss lässt aus dem 1:0 ein 1:1 werdenKlaus Rocca

Champions League ist nicht gleich Champions League und Hertha BSC noch lange keine Mannschaft vom Format eines FC Bayern München. 24 Stunden nach dem rauschenden Fußballabend im Bernabeu-Stadion mit dem 4:2-Sieg der Bayern bei Real Madrid zeigten die Berliner das zweite Gesicht dieser europäischen Königsklasse. 30 337 Zuschauer langweilten sich beim 1:1 (1:0) zwischen Hertha BSC und Sparta Prag. Es war ein Fehler von Dariusz Wosz, der die Berliner wahrscheinlich um alle Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale brachte.

Sechs Minuten vor dem Schlusspfiff dieser Zwischenrundenpartie vertändelte der Berliner Nationalspieler den Ball an der linken Außenlinie der eigenen Spielhälfte an den Tschechen Jarosik. Der zog davon und spielte auf den in der Mitte lauernden Siegel, der den Ball mit letzten Einsatz zum 1:1-Endstand über die Linie des Berliner Tores spitzelte. Es war der erste Treffer der Prager im dritten Zwischenrundenspiel überhaupt. Das Berliner Tor hatte Sixten Veit in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erzielt.

Schon am kommenden Dienstag reisen die Berliner zum Rückspiel nach Prag. Dort werden sie ohne Sebastian Deisler auflaufen müssen. Der 19-Jährige sah nach einem Tritt in die Hacken des Pragers Gabriel die Gelbe Karte. Es war seine dritte im laufenden Wettbewerb, und die zieht automatisch eine Sperre von einem Spiel nach sich.

Deisler zählte gestern noch zu den besseren Spielern einer schwachen Mannschaft, die wohl selbst nicht so richtig wusste, wie ihr da in der 45. Minute geschah. Da war erst Michael Hartmanns eher planloser Vorstoß, der schon fast gescheitert schien, bis der Ball dann doch seinen Weg zu Michael Preetz fand. Der passte flach und scharf in die Mitte, wo offensichtlich niemand mit Sixten Veit gerechnet hatte. Der Defensivmann, zuvor kaum ausgefallen, schoss direkt und hoch in den rechten Winkel des Tores.

Dabei hatten zuvor die Prager das Geschehen bestimmt. Und sie hätten sogar in Führung gehen können. Rosicky, das größte Talent des tschechischen Fußballs, hatte auf Fukal geflankt. Fünf Meter vor dem Berliner Tor kam der Verteidiger frei zum Kopfball und brachte doch das Kunststück fertig, den Ball neben den kurzen Pfosten zu setzen.

Das war nach einer halben Stunde zu einem Zeitpunkt, als die ersten Fans schon zu pfeifen begonnen hatten. Veits Tor versetzte sie zwischenzeitlich in gehobene Stimmung, aber guter Fußball wurde weiterhin nicht gespielt. Furchtbar schwer taten sich die Berliner im Spiel nach vorn. Das lag vor allem an Dariusz Wosz, dem Pechvogel des Abends. Im Spielaufbau brachte er überhaupt nichts zustande, dann unterlief ihm auch noch der Fehler zu Gegentor. "Kein Vorwurf an den Dariusz", sagte Michael Preetz. "Wir haben heute einfach schlecht gespielt."

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