Sport : Hertha erwartet ein volles Stadion

Mathias Klappenbach

Berlin - Jedes Spiel ein Spitzenspiel. Das verspricht Hertha BSC auf den Plakaten, mit denen überall in der Stadt für das Heimspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg geworben wird. Damit sich die Bedeutung der Partie gleich auf den ersten Blick erschließt, ist neben dem Vereinslogo von Hertha das des FC Bayern München abgebildet. Erst bei näherem Hinsehen erkennt der Betrachter, dass in dem Bayern-Logo „VfL Wolfsburg e. V.“ zu lesen ist. Die Werbeaktion wurde vor zehn Tagen gestartet und sollte die Bedeutung der letzten vier Saisonspiele für die Berliner unterstreichen. Dann kam die 1:2-Niederlage in Rostock, und das wichtige Spiel gegen Wolfsburg ist nun noch ein bisschen wichtiger geworden. „Die Mannschaft hat verstanden, dass sie in Rostock einen Klops gebaut hat“, sagt Trainer Falko Götz.

Zwei Punkte beträgt weiterhin der Rückstand zum dritten Tabellenplatz, der für die Qualifikationsrunde zur Champions League berechtigt. Das Wunschziel der Berliner wird seit dem Spiel in Rostock nicht mehr so oft und offensiv beim Namen genannt wie davor, Manager Dieter Hoeneß spricht jetzt von einer „Position, die alle Möglichkeiten offen lässt, wenn wir gegen Wolfsburg gewinnen“. Das werde gelingen, weil die Mannschaft weiter an ihre Stärke glaube.

Dem Gegner aus Wolfsburg ist dieser Glaube im Laufe der Saison abhanden gekommen, nach acht Spieltagen an der Tabellenspitze bestätigten die Niedersachsen ihr Image einer leidenschaftslosen Mannschaft ohne Gesicht. Unabhängig vom eigentlich blassen Gegner sind sich die Fans der Bedeutung der Partie natürlich bewusst. Fast 50000 Karten hat Hertha bereits verkauft, Manager Hoeneß rechnet mit mehr als 60000 Zuschauern, die das Spiel des Tabellenfünften gegen den Tabellenneunten sehen wollen.

Vom FC Bayern gab es übrigens keine Reaktion auf die Verwendung seines Logos auf den Plakaten, und auch beim Gegner habe man laut Hoeneß souverän auf die Werbeaktion der Berliner reagiert. „Aus Wolfsburg kam lediglich der Hinweis, dass man kein e. V. mehr ist. Statt eines eingetragenen Vereins handelt es sich um eine GmbH.“ Das kann man von einem Gegner im Spitzenspiel wohl auch erwarten.

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