• Hertha-Fan zum Auswärtsfluch: "Mein erstes Auswärtsspiel hat Hertha auch verloren"

Hertha-Fan zum Auswärtsfluch : "Mein erstes Auswärtsspiel hat Hertha auch verloren"

Hertha-Fan Lutz Hoppe war bei den vergangenen neun Auswärtsniederlagen dabei. Auf einen Sieg gegen Darmstadt hofft er trotzdem.

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Auch nach neun Auswärtspleiten stehen die Fans hinter Hertha. Foto: imago/ActionPictures
Auch nach neun Auswärtspleiten stehen die Fans hinter Hertha.Foto: imago/ActionPictures

Lutz Hoppe (54) ist Präsident des Hertha-Fanclubs HFC. Seit sechs Jahren organisiert er Fanfahrten und hat Hertha zu mehr als 200 Auswärtsspielen begleitet.

Herr Hoppe, freuen Sie sich nach dieser Negativserie überhaupt noch auf Spiele abseits des Olympiastadions?

Natürlich. Man ärgert sich bei einer Niederlage zwar manchmal, dass man den weiten Weg auf sich genommen hat. Die Lust verliere ich trotzdem nicht. Irgendwie gehört es doch auch zum Hertha- Fan-Sein dazu. Wir sind es gewohnt, auswärts nicht so erfolgreich zu sein.

Das heißt, das Problem ist nicht neu?

Nein. Ich bin seit mehr als 40 Jahren Hertha-Fan, und das Problem gab es schon immer. Hertha war auswärts nie richtig stark, hat viel häufiger zu Hause gewonnen als in anderen Stadien. Die einzige Ausnahme, an die ich mich erinnere, ist die Saison 1998/99. Da hat Hertha dann auch die Champions-League-Qualifikation geschafft. Mein erstes Auswärtsspiel war übrigens gegen Braunschweig. Da hat Hertha auch verloren.

Diese Saison steht die Mannschaft von Trainer Pal Dardai auswärts allerdings besonders schlecht da.

Ja. Es ist erschreckend, dass Hertha nicht in der Lage ist zu punkten. Ich rede da nicht mal von einem Sieg, ein Unentschieden würde ja schon reichen. Die Mannschaft hat in dieser Saison unglaublich viele Punkte einfach liegen lassen und Spiele verloren, die man nicht hätte verlieren müssen. In Hamburg, Leverkusen und Gelsenkirchen zum Beispiel hätte man zumindest einen Punkt holen müssen. Auch in Freiburg hat Hertha viel zu spät angefangen, nach vorne zu spielen.

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Was war für Sie das schlimmste Spiel der neun Niederlagen?

Das war für mich das Spiel in Hamburg. Man kann ja verlieren, aber die Frage ist, wie man verliert. Hamburg war ganz schwach – und wir waren dann einfach noch schwächer. Wir haben uns kaum Chancen erarbeitet, und die wenigen, die wir hatten, haben wir nicht genutzt.

Ist die Stimmung nach solchen Spielen gedrückt?

Manchmal ist die Stimmung auf der Rückfahrt sogar besser, als wenn wir gewonnen haben. Die Leute nehmen es einfach mit Humor.

Was glauben Sie, woran es liegt, dass die Mannschaft auswärts zurzeit nicht punkten kann?

Dass die Mannschaft gewinnen will, streite ich nicht ab. Verlieren will keiner. Ich habe eher das Gefühl, dass die Spieler irgendwie Angst haben. Das ist eine Kopfsache. Gerade gegen Gegner, die nicht stärker, sondern auf Augenhöhe sind, spielt Hertha zu defensiv. Mittlerweile fehlt auch einfach ein Erfolgserlebnis, um auswärts wieder mit breiter Brust auftreten zu können.

Vielleicht ergibt sich die Chance dazu ja am Samstag im letzten Auswärtsspiel dieser Saison in Darmstadt?

Ich tippe darauf, dass wir 2:1 gewinnen. Ich will Darmstadt nicht abwerten, aber es ist ein leichter Gegner, der bereits abgestiegen ist. Dass es eine zehnte Niederlage in Folge gibt, kann ich mir da nicht vorstellen. Ich gehe mit Optimismus in das Spiel. Den verliert man nicht. Und wenn man international spielen will, muss man so einen Gegner wie Darmstadt schlagen.

Glauben Sie denn, dass die Europa League in dieser Saison noch drin ist?

Ich glaube schon, dass es noch Chancen gibt. Nach Darmstadt wird Leverkusen unser letzter Gegner sein. Und deren Mannschaft schwächelt im Moment. Bei uns ist Ibisevic vorne sehr stark, Niklas Stark einer der Leistungsträger in der Abwehr und Jarstein ein ganz großer Garant im Tor. Der hat in einigen Spielen sehr gut gehalten.

Immerhin ist das letzte Spiel auch wieder im Olympiastadion.

Ja, es ist zu Hause. Das ist gut. Dann muss man nicht so zittern.

Lutz Hoppe bleibt optimistisch. Foto: privat
Lutz Hoppe bleibt optimistisch.Foto: privat

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