Sport : Hertha gegen Bayer: Geld und Worte als Trost für die Berliner

Nein, gebrochen sei nichts. "Ich wusste ja", sagt Jürgen Röber scherzhaft, "dass die Umrandung gepolstert war." Jene Umrandung der Reservebank im Giuseppe-Meazza-Stadion von Mailand, auf die Röber in seinem Ärger über das entscheidende Tor geschlagen hatte. Inzwischen hat er alles verkraftet. "Ich bin mit mir selber klargekommen. Nun muss ich dafür sorgen, dass auch die Spieler damit klarkommen", so der Trainer von Hertha BSC. Auf dass Berlins Fußball-Bundesligist heute beim Spitzenspiel gegen Gastgeber Bayer Leverkusen nicht eine neue Enttäuschung erlebe. Die Trostprämie von 10 000 Mark pro Spieler hilft vielleicht ein wenig mit.

Auch, dass Hertha in Mailand "das beste Auswärtsspiel auf internationaler Ebene geboten hat" (Röber). Selbst die Partie bei Galatasaray Istanbul, in der Hertha nach einer 2:0-Führung noch das 2:2 hatte hinnehmen müssen, stuft der Hertha-Trainer niedriger ein. "In Mailand haben wir gezeigt, wie gut wir sein können, wenn wir mit Mut spielen."

Im Duell der Frustrierten - auch Leverkusen ist nicht mehr im Uefa-Pokal dabei - muss Röber heute wieder improvisieren. Vor dem gestrigen Abschlusstraining in Düsseldorf wusste er nicht, wie er die noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte befindlichen Alex Alves und Stefan Beinlich einsetzen kann. Beinlich kommt möglicherweise in der Schlussphase gegen seinen ehemaligen Klub zum Zuge, der Brasilianer vielleicht schon von Anfang an. Leicht angeschlagen sind René Tretschok sowie die Abwehrspieler Andreas Schmidt und Kostas Konstantinidis. Der Grieche, in Mailand zum Sündenbock erkoren, ist laut Röber "total enttäuscht". In der Öffentlichkeit hat ihm keiner Vorwürfe gemacht, intern soll es harte Kritik am Verhalten von Konstantinidis beim Tor von Sükür gegeben haben.

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