Hertha gegen Frankfurt : Geheimes Training im Herbstwind

Wie Herthas Trainer Friedhelm Funkel seine Spieler auf seinen früheren Verein Eintracht Frankfurt einstimmt. Dort war es "ein emotionaler Abschied".

Dominik Bardow

Berlin - Friedhelm Funkel steht auf dem Trainingsgelände im kalten Herbstwind und fragt in die Runde: „Ist das der Anfang vom ungemütlichen Berliner Winter?“ Nach dem verpassten Sieg beim VfB Stuttgart am Wochenende droht es für Hertha ein eiskalter Winter am Tabellenende zu werden. „Gegen Frankfurt müssen wir endlich gewinnen“, fordert deshalb Abwehrmann Steve von Bergen.Vor dem Spiel hat Funkel für seine Mannschaft am Mittwoch und Freitag Geheimtraining angesetzt. „Ich will der Eintracht nicht die Möglichkeit geben, hier das eine oder andere zu erkennen“, sagt er über seinen früheren Verein. „Vielleicht kennen die mich zu gut und ich will einmal etwas anderes probieren.“

Fünf Jahre lang war Funkel Trainer in Frankfurt, im Sommer war Schluss. „Es war schon ein emotionaler Abschied“, sagt Funkel. „Heribert Bruchhagen und ich haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, dass es besser ist, wenn ein Neuer die Geschicke übernimmt.“ Bis heute telefonieren beide regelmäßig, nur vor dem Spiel ruhen die Telefone. So erfährt Bruchhagen nicht von Funkel, dass der Einsatz von Patrick Ebert und Adrian Ramos fraglich ist. „Patrick nimmt bis Donnerstag Antibiotika, ich glaube kaum, dass er bis Samstag fit wird“, sagt Funkel über seinen grippegeschwächten Mittelfeldspieler. Fehlen könnte auch der Mann, der Hertha in Stuttgart nach 489 Minuten ohne Tor erlöst hatte: Ramos lässt sich derzeit mit einer Bänderdehnung im Sprunggelenk und einer Knorpelverletzung am Knie behandeln. „Bei seinem Einsatz bin ich skeptisch, möchte es aber nicht ausschließen“, sagt Funkel. Und von Bergen hofft: „Er hat noch vier Tage Zeit bis zum Frankfurt-Spiel, aber wenn nicht, haben wir wieder Raffael dabei, und der ist immer eine Waffe.“ Seine Gelbsperre hat der Brasilianer gegen Stuttgart abgesessen. Dominik Bardow

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