Hertha gegen Mönchengladbach : Auf der Suche nach einer Idee

Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach spielen sehr ähnlich – Überraschungen sind da schwer. Führt das am Samstag zu einem Patt auf dem Rasen im Olympiastadion?

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Applaus und raus? Ob Ronny am Samstag spielen darf, ist noch offen. Foto: dpa
Applaus und raus? Ob Ronny am Samstag spielen darf, ist noch offen.Foto: dpa

Eigentlich klang Jos Luhukay wie immer, wenn er über seine Mannschaft spricht, die „guten Fußball spielen kann, die defensiv wenig zulässt, im Umschalten sehr gut ist und effizient ihre Chancen verwertet“. Nur meinte der Trainer diesmal nicht Hertha BSC, sondern den Gegner am Samstagabend, Borussia Mönchengladbach. Die aufgezählten Eigenschaften decken sich bei beiden verblüffend.

Wohl kein anderes Bundesligateam ist dem Berliner in der Spielanlage so ähnlich: beide sind eher auf Sicherheit und Kontrolle aus, aber jederzeit in der Lage zur kalkulierten Überraschung. Dafür leisten sie sich auch launische Brasilianer, die sogar Brüder sind. Hertha und Gladbach, das sind sozusagen Brüder im Geiste. Nicht umsonst agierten viele Akteure schon für beide Klubs. Da überrascht es auch nicht, dass sie als Tabellenvierter und -sechster nicht weit auseinanderliegen und so etwas wie das Spitzenspiel des achten Spieltages bestreiten, nicht nur der Anstoßzeit wegen; Hertha rechnet mit 60 000 Zuschauern. Luhukay erwartet „ein ausgeglichenes Spiel, das verlangt auch Geduld, wenn der Gegner formiert und höchstes Tempo nicht möglich ist“. Schwierig wird es ohnehin, das Bruderteam noch zu überraschen.

Weil sechs Berliner, die zuletzt in der ersten Elf standen, mit ihren Nationalteams unterwegs waren, gab es kaum Gelegenheit, gemeinsam zu trainieren und etwas Neues einzustudieren. Immerhin kamen alle Auswahlspieler gesund zurück und können spielen – im Gegensatz zu den Rekonvaleszenten Brooks und Ndjeng. „Andere haben auch das Problem“, sagt Luhukay. Bei den Gästen waren aber nur vier Spieler auf Reisen, drei davon Stammspieler. Aber keine Panik. „Gladbach ist taktisch gut aufgestellt – doch wir auch.“

Eben diese Gleichmacherei könnte am Samstag zu einem matten Patt führen. Aber da sind ja noch Spieler, die den Unterschied ausmachen könnten. „Das ist ein Spiel Hertha gegen Gladbach, nicht Ronny gegen Raffael“, stellt Luhukay klar, auf das Bruderduell wolle er keine besondere Rücksicht nehmen. Es gibt ja auch so genug Verwandtschaft.

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