Hertha gegen Union: Derbyblog : Friedliche Abreise nach dem Spiel

Das Derby endet friedlich und mit einem Unentschieden: Pech für Union, Glück für Hertha - oder verdiente Punkteteilung? Lesen Sie alle Ereignisse vor dem Berliner Stadtduell hier im Derby-Blog nach und kommentieren Sie, wie Sie das 2:2 gesehen haben.

von , , , und Nele Pasch
Eine Stadt, zwei Klubs. Wer setzt sich in der neuesten Auflage des Berlin-Derbys durch?
Eine Stadt, zwei Klubs. Wer setzt sich in der neuesten Auflage des Berlin-Derbys durch?Foto: dpa

23:00:

Liebe tagesspiegel.de-User: Hier meldet sich noch ein letztes Mal der Blogwart: Laut Polizei solle es, Stand 22 Uhr, insgesamt 13 Festnahmen gegeben haben. Die anschließende Abreise der Hertha- und Union-Fans vom Olympiastadion sei "friedlicher als erwartet" und geordnet abgelaufen, hieß es.

20:15:

Das Spiel hat begonnen, der Live-Blog verabschiedet sich vorerst. Wir laden Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu ein, unter diesem Artikel weiter über den Spielverlauf zu diskutieren und Ihre Einschätzungen zum Derby mitzuteilen.

20:00:

Im TV-Interview vor dem Spiel zeigt Herthas Coach Jos Luhukay, dass er nicht nur ein Trainerfuchs ist, sondern auch blitzgescheit: Das Berliner Derby "sei einmalig in Europa." Richtig, genauso wie das Madrider Derby, das Mailänder Derby, ... Denn wie sang schon Claire Waldoff: "Es gibt nur ein Berlin."

Eine kleine Anekdote am Rande noch zu Luhukays Gegenüber Uwe Neuhaus: Sommer 2007, in einer S-Bahn irgendwo im Ruhrgebiet. Einige Rot-Weiss-Essen-Fans sitzen dort, sie kommen gerade von einer 0:3-Niederlage in Duisburg, die den Abstieg aus der Zweiten Liga für Essen bedeutet. Sie unterhalten sich über ihren Ex-Trainer Uwe Neuhaus, der im Winter zuvor in Essen entlassen worden war. "Neuhaus wird neuer Trainer bei Union", sagt einer der Fans. "Die werden noch viel Spaß mit ihm bekommen", fügt er verächtlich hinzu. Er sollte Recht behalten.

19:00:

3:1 lautet das Ergebnis. Für Union. Nicht auf dem Feld, aber im Vorfeld des Spiels. Wie die Polizei mitteilte, wurden vor dem Spiel vier Fußballanhänger festgenommen – drei Unioner und ein Herthaner. Sie sollen Pyrotechnik gezündet haben. Ansonsten sei aber alles friedlich und ruhig geblieben, hieß es.

18:11:

Erst 2010 fand das Duell Hertha gegen Union zum ersten Mal im Rahmen eines Pflichtspiels statt, heute steigt das mittlerweile vierte Derby zwischen den beiden. In diesen Spielen und vor allem zwischendrin ist einiges passiert in den letzten zweieinhalb Jahren. Eine Bildergalerie zur Chronik des Derbys finden Sie hier.

17:50:

Am Hardenbergplatz ist mittlerweile Ruhe eingekehrt, die Herthaner sind fast alle weg. Die Unionfans wollen um 18:15 Uhr zum Olympiastadion aufbrechen.

17:17:

Update: Nach nur wenigen Minuten entfernt der Sicherheitsdienst die Fahne wieder. Wir haben immerhin ein Foto machen können, siehe unten.

17:05:

Wer es als Herthaner doch auf den Breitscheidplatz schaffen sollte, würde eine sehr unerfreuliche Entdeckung machen: Am Baugerüst, das zurzeit die Gedächtniskirche verhüllt, haben Unioner in ca. 15 Meter Höhe eine Fahne befestigt. "Berlin ist rot-weiß", ist dort zu lesen.

16:56:

Auf dem Hardenbergplatz und auch im Bahnhofsgebäude Zoologischer Garten werden von den Hertha-Anhängern immer wieder sehr laute Böller gezündet. Über den Platz ziehen sich dichte Rauchschwaden. Einigen der eingekesselten Hertha-Fans wird das ganze offenbar zu blöd, sie machen sich jetzt schon mit der U-Bahn auf den Weg in Richtung Olympiastadion, gut drei Stunden vor Spielbeginn.

Vorne an der Hardenbergstraße hat sich dagegen ein Gruppe Herthaner versammelt, die schwarze Kapuzenpullover tragen und den risikofreudigeren Fangruppierungen angehören zu scheinen. Sie blicken in Richtung Breitscheidplatz, dass ihnen der Durchbruch dorthin gelingt, scheint angesichts der massiven Polizeipräsenz jedoch unwahrscheinlich.

Revanche für die Beschmierung des Union-Busses? An der verhüllten Gedächtniskirche hängt ein Union-Transparent.
Revanche für die Beschmierung des Union-Busses? An der verhüllten Gedächtniskirche hängt ein Union-Transparent.Foto: Jörn Hasselmann

16:44:

Der Anstoß rückt näher, Zeit für einen Ausblick aufs Spiel: Während die Partie in der Vorrunde noch als Krisenderby galt, weil beide Teams schlecht in die Saison gestartet waren, kann man heute schon fast von einem Spitzenspiel reden. Union ist auf Platz Fünf, könnte mit einem Sieg sogar wieder auf den vierten Platz klettern.

 Hertha BSC könnte sogar mit drei Punkten heute die Tabellenspitze von Eintracht Braunschweig übernehmen. Eine Niederlage wäre, zumindest aus rein sportlicher Sicht, für keinen der beiden Klubs besonders schmerzlich. Union, weil es ohnehin keine Aufstiegsambitionen hegt, und Hertha BSC, weil es nach wie vor ein beruhigendes Polster auf den dritten Platz hat.

Bei den Blau-weißen ist Mittelfeldspieler Peer Kluge dabei, sein Einsatz war nach einer im letzten Spiel gegen Jahn Regensburg erlittenen Sprunggelenksverletzung lange fraglich. Maik Franz und Pierre-Michel Lasogga sind dagegen aus dem Kader gestrichen worden. Die beiden waren am Freitag im Training aneinander geraten und dürfen sich das Derby nun zur Strafe von der Tribüne aus anschauen. Fabian Holland steht nach seiner 5. Gelben Karte nicht zur Verfügung.

Als Herthaner und Unioner Freunde waren
Union-Fan "Mampe" weiß noch genau, wie es damals war, als Herthaner und Unioner Freunde wurden.Weitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: Bürste
10.02.2013 11:57Union-Fan "Mampe" weiß noch genau, wie es damals war, als Herthaner und Unioner Freunde wurden.

16:28:

Auf dem Breitscheidplatz, wo immer mehr Unioner in Polizeieskorten ankommen, ist die Stimmung deutlich entspannter. Das liegt auch daran, dass sich die Fans hier wesentlich freier bewegen können als die Hertha-Anhänger auf dem Hardenbergplatz. Einige Unionfans gehen ungestört im Europa-Center ein und aus, um sich dort aufzuwärmen, mehrere hundert verharren draußen in der Kälte. Vor dem Hertha-Fanshop steht ein Mannschaftswagen der Polizei und vier Beamte, die Stimmung ist jedoch friedlich.

Auch Jana (50) blickt dem Derby aus ihrer "Bit-Stop"-Kneipe im Europacenter entspannt entgegen. "Die beiden Vereine wollen mit dem Zusammentreffen doch zeigen, dass sie friedlich sind und einander in Freundschaft begegnen." Außerdem müssten die Leute ja morgen wieder arbeiten. "Das heißt, sie dürfen es nicht übertreiben!" Auch wenn Jana eine Hertha-Dauerkarte hat - Unionfans kriegen trotzdem ein Bier. "Der Fan leidet mit seinem Verein!"
Auch Jana (50) blickt dem Derby aus ihrer "Bit-Stop"-Kneipe im Europacenter entspannt entgegen. "Die beiden Vereine wollen mit dem...Foto: Nele Pasch

16:15:

Die ersten beiden Züge mit Union-Fans rollen am Bahnhof Zoo ein. Mehrere hundert Anhänger der Eisernen steigen aus und werden von der omnipräsenten Polizei über den vorderen Ausgang geleitet, sodass sie auf der anderen Seite der Hardenbergstraße herauskommen. Beide Fanlager sind laut, doch zwischen ihnen ist die Polizei und die Straße. Der Union-Tross wird von den Beamten Richtung Gedächtniskirche geführt.

Die Hertha-Fans sind durch die massive Polizeipräsenz quasi auf dem Hardenbergplatz eingekesselt - und darüber offenbar sehr verärgert. Sprechchöre richten sich gegen die Polizisten, auch Böller und Glasflaschen fliegen. Die Polizisten haben ihre Helme aufgesetzt.

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