Hertha - Hoffenheim 3:2 : Es geht auch auswärts

Hertha BSC feiert durch ein 3:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim den ersten Auswärtserfolg in dieser Bundesliga-Saison. Fast hätte ein ehemaliger Berliner diesen Sieg noch zunichte gemacht.

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Adrian Ramos traf doppelt gegen Hoffenheim für Hertha BSC.
Adrian Ramos traf doppelt gegen Hoffenheim für Hertha BSC.Foto: dpa

Niemand saß mehr bei Hertha BSC auf der Bank, als Adrian Ramos in der 83. Minute nicht wusste, wohin mit seiner Freude. Der Stürmer rannte erst dorthin, drehte plötzlich um und steuerte die entgegengesetzte Richtung an. Der Kolumbianer ballte seine Hände zu Fäusten und schrie sein Torjäger-Glück nach dem Treffer zum 3:2 hinaus. Sekunden später waren alle Männer in den gelb-orange gestreiften Trikots bei ihm, um ihn zu beglückwünschen. Ramos war nicht nur in dieser Szene der Mann der Stunde, er war beim 3:2 (1:0)-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim neben Tolga Cigerci und Torwart Thomas Kraft der auffälligste Berliner. Nach Änis Ben-Hatiras Führungstreffer vor der Pause hatte Ramos per Foulelfmeter auch das 2:0 erzielt.

Es war kein glanzvoller Sieg für Hertha BSC, aber die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay war beim ersten Auswärtserfolg in dieser Saison schlicht besser organisiert als der Gegner. Trotzdem musste der Aufsteiger zeitweise um den Sieg bangen, weil der frühere Herthaner Sejad Salihovic binnen drei Minuten per Foulelfmeter und direkt verwandeltem Freistoß zum 2:2 ausgleichen konnte. Doch dann kam Ramos. Der Kolumbianer ist bei Hertha eigentlich der Mann für das erste Tor. Das letzte Tor zu schießen, ist manchmal nicht weniger erhebend.

Die Berliner gingen mit fast derselben Mannschaft ins Spiel, die vor einer Woche 0:2 gegen Schalke verloren hatte. Trainer Luhukay ersetzte lediglich Nico Schulz durch Sami Allagui. Die Gäste bestimmten die ersten Minuten. Hoffenheim fiel wenig ein, was die Berliner in Schwierigkeiten brachte. Nur einmal, nach einer halben Stunde, musste sich Herthas Torwart Thomas Kraft anstrengen, um einen Freistoß von Sejad Salihovic abzuwehren. Alles andere fingen die Berliner bereits im Mittelfeld oder vor dem eigenen Strafraum ab.

Hertha gewann die meisten Zweikämpfe und ließ Hoffenheim wenig Raum für Kombinationen. Die TSG hatte mehr Ballbesitz, daraus entwickelten sich aber kaum gefährliche Situationen. Herthas gut strukturierte Mannschaft hatte die Sache im Griff und ging nach 13 Minuten nicht unverdient in Führung. Ramos hatte sich gegen Hoffenheims linken Verteidiger Salihovic durchgesetzt, sein Pass erreichte den in der Mitte heranstürmenden Ben-Hatira. Der Tunesier kam vor Andreas Beck an den Ball und schoss ihn unter die Latte. Hertha war um einiges effizienter und direkter als Hoffenheim. Kurz vor der Pause strich ein Kopfball des starken Ramos knapp übers Tor.

Nach der Pause intensivierten die Hoffenheimer ihre Bemühungen. Gleich beim ersten Angriff musste Thomas Kraft gegen den eingewechselten Fabian Johnson retten, den Salihovic angespielt hatte. Die Berliner standen nun unter Druck. Ein Kopfball des Innenverteidigers Niklas Süle ging knapp über die Latte. Hertha schien Probleme zu bekommen. Allerdings nur bis zum nächsten eigenen Angriff, als Ramos nach einem Zweikampf mit Hoffenheims Abwehrspieler Jannik Vestergaard zu Boden ging. Der Kolumbianer war schlichtweg ausgerutscht und schien sich selbst ein wenig zu wundern, dass Schiedsrichter Deniz Aytekin Elfmeter pfiff. Doch das störte Ramos nicht. Er verwandelte den Elfmeter sicher zum scheinbar sicheren 2:0.

Hoffenheim versuchte mit Sven Schipplock als zusätzlichem Stürmer die Wende zu erzwingen. Sie kam, als ihn Sebastian Langkamp leicht berührte und Aytekin zu seiner zweiten Fehlentscheidung verleitete. Doch selbst von Salihovics 2:2 ließ sich Hertha nicht lange beirren. Gleich darauf schlug Adrian Ramos wieder zu.

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