Sport : Hertha hofft auf die Wende

Die Berliner setzen jetzt ganz auf den Videobeweis.

Angespannt. Preetz (r.) und Gegenbauer ziehen vor das DFB-Bundesgericht. Foto: dpa
Angespannt. Preetz (r.) und Gegenbauer ziehen vor das DFB-Bundesgericht. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin – Immerhin diese moralische Unterstützung ist Hertha BSC sicher: Obwohl sich ein Abstieg Herthas positiv auf die Einnahmen seines Vereins auswirken würde, wünschte sich Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin, am Donnerstag einen Verbleib Herthas in der Ersten Liga: „Der Fußball trägt so eine Sportstadt wie Berlin. Jede andere Annahme wäre kleingeistig“ sagte Hanning der Nachrichtenagentur dapd. Der Handballfunktionär Hanning machte so deutlich, um wieviel es geht, wenn am heutigen Freitag dass DFB-Bundesgericht über den Einspruch des Fußballvereins Hertha BSC gegen die Wertung des durch einen Platzsturm gegnerischer Fans unterbrochenen Relegationsrückspiels gegen Fortuna Düsseldorf berät.

Vor dem Gericht, das ab 12.30 Uhr tagt, hilft die Solidarität der Füchse der Hertha freilich nicht weiter. Hier stützen die Berliner ihre Hoffnungen auf ein günstiges Urteil vor allem auf Videobeweise, die in der ersten Verhandlung nicht zugelassen worden waren. „Die Videobeweise werden zeigen, dass die Umstände ganz klar zu einer Schwächung geführt haben“, sagte Herthas Anwalt Christoph Schickhardt.

Sollte der Einspruch erneut abgewiesen werden, herrscht bei den Verantwortlichen der Berliner Uneinigkeit über die weitere Vorgehensweise. Während Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt per „Bild“-Zeitung verlauten ließ, das Urteil hinzunehmen, schloss Präsident Werner Gegenbauer den Gang vor das Schiedsgericht des DFB, die nächsthöhere Instanz nicht aus. Fakt ist: Ein Wiederholungsspiel scheint in der Praxis kaum noch durchführbar, da die Profis kurz vor ihrem Urlaub beziehungsweise der Teilnahme an der Europameisterschaft stehen. Darüber hinaus laufen bei beiden Teams die Verträge einiger Spieler zum 30. Juni aus – auch die Kadergestaltung für die kommende Saison wäre unter diesen Umständen beinahe unmöglich.

Bei Hertha geht derweil die Abwanderung der Talente aus dem eigenen Jugendbereich weiter: Am Donnerstag bestätigte Borussia Mönchengladbach einen Wechsel von Herthas Junioren-Pokalfinalisten Christopher Lenz an den Niederrhein. Bereits in den vergangenen Wochen waren mehrere Wechsel von Nachwuchsspielern zu anderen Bundesligisten bekannt geworden. Insgesamt laufen über 30 Verträge aus. Tsp/dapd

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