Sport : Hertha holt Felix Bastians aus Freiburg

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Belek - Auf dem Gesicht von Michael Preetz war keine Regung zu erkennen, kein Anzeichen von Triumph zum Beispiel. Aber so ist das bei guten Pokerspielern: Selbst wenn man das beste Blatt hat, sollte man seine Gefühlswelt nicht nach außen tragen. Dass der Manager im Fall des Freiburgers Felix Bastians gut gepokert hat, wird ihm niemand absprechen. Preetz verkündete gestern im Trainingslager des Berliner Fußball-Bundesligisten, dass der 23 Jahre alte Linksverteidiger im Sommer zu Hertha BSC wechselt – ablösefrei. Nach derzeitigem Stand hat sich der SC Freiburg verpokert.

Bastians ist einer von sechs Spielern, die der Sportclub im Dezember suspendiert hat – in seinem Fall hauptsächlich mit dem Ziel, noch eine Ablöse zu erwirtschaften. Dieser Plan ist fürs Erste hinfällig. Es sei denn, die beiden Bundesligaklubs Hertha und Freiburg einigen sich noch auf einen sofortigen Wechsel. Doch die Berliner, denen eine Ablöse von etwa 300 000 Euro vorschweben soll, sind nun in der deutlich besseren Verhandlungsposition.

Bastians hält sich derzeit in seiner Heimatstadt beim Zweitligisten VfL Bochum fit, in der nächsten Woche müsste er bei Freiburgs U 23 seinen Dienst beginnen – sofern die Geschichte nicht doch noch eine Wende nimmt. Mit aller Macht und um jeden Preis werden die Berliner einen sofortigen Transfer allerdings nicht forcieren. „So richtig Bedarf haben wir auf seiner Position nicht“, sagt Michael Skibbe. Herthas Trainer traut Lewan Kobiaschwili durchaus zu, dass er seinen Job als linker Außenverteidiger auch weiterhin zu allgemeiner Zufriedenheit erledigt. Bastians gilt eher als perspektivische Lösung. Der frühere U-21-Nationalspieler erhält bei Hertha einen Vierjahresvertrag.

Jung, deutsch, ablösefrei: „Er passt perfekt in unser Raster“, sagt Michael Preetz. Bastians könne auf der linken Seite sowohl in der Viererkette als auch in der Offensive spielen; als Innenverteidiger komme er ebenfalls infrage. Und das wiederum spricht dafür, dass Bastians neben seiner mittelfristigen Perspektive bei Hertha auch eine kurzfristige besitzt. Maik Franz fällt die komplette Rückrunde aus, und Kapitän Andre Mijatovic plagt sich weiterhin mit seinem verletzten Sprunggelenk. An der gestrigen Nachmittagseinheit konnte er daher nicht teilnehmen. Stefan Hermanns

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