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Hertha im Testspiel : Drei Gegentore, aber keine neuen Verletzten

Im Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach hat Hertha BSC beim 0:3 keine Chance. Trotzdem ist Trainer Jos Luhukay insgesamt zufrieden mit dem Trainingslager in Belek. Am Donnerstag fliegt Hertha zurück nach Berlin

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Foto: Imago

Beim letzten richtigen Training auf dem Platz in Belek hat es doch noch ein größeres Malheur gegeben. Die Spieler von Hertha BSC hatten ihre Aufwärmrunde schon hinter sich und waren gerade mit gymnastischen Übungen beschäftigt, als die Mannschaft unerwartet Besuch bekam. Per Skjelbred, Herthas norwegischer Mittelfeldspieler, spurtete aufs Feld, er lief zu Cheftrainer Jos Luhukay, begrüßte ihn per Handschlag, genauso dessen Assistent Markus Gellhaus, dann hob Skjelbred entschuldigend die Hand. Lauter Jubel brach los. Zwölf Minuten Verspätung, da wird eine stattliche Summe für die Mannschaftskasse fällig.

 Skjelbred hatte nicht mitbekommen, dass das Vormittagstraining nicht wie gehabt für halb elf angesetzt war, sondern ausnahmsweise schon um zehn Uhr begonnen hatte. Dass sein Versäumnis mit Humor aufgenommen wurde, sagt einiges über die Stimmung in Herthas Trainingslager, das am Donnerstag mit einem längeren Ausdauerlauf zu Ende geht. Am Nachmittag fliegt der Tross zurück nach Berlin – mit einem guten Gefühl. „Die Mannschaft will das bewahren, was sie sich in der Hinrunde erarbeitet hat“, sagt Manager Michael Preetz. „Das hat man in jeder Trainingseinheit gemerkt.“

 Den positiven Gesamteindruck konnte auch die 0:3 (0:1)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach im letzten Testspiel nicht trüben. „Natürlich ist man nicht zufrieden, wenn man verliert“, sagte Herthas Trainer Jos Luhukay. „Aber das gehört dazu.“ Während die Gladbacher eine Elf aus Stamm- und Ergänzungsspielern aufboten, stand bei den Berlinern in der ersten Hälfte weitgehend die bisherige Stammelf auf dem Platz. Allein Tolga Cigerci (Achillessehnenprobleme) und Torwart Thomas Kraft (Rückenbeschwerden) fehlten. Zur Pause wechselte Luhukay dann sämtliche Feldspieler aus, nur Rune Jarstein spielte durch.

 Richtig freuen konnte sich auch Borussias Trainer Lucien Favre nicht über den Sieg und die Tore von Amin Younes, Max Kruse und Peniel Mlapa. Nach einer halben Stunde musste  Tony Jantschke vom Platz. Bei einem Kopfballduell mit Skjelbred hatte er dessen Ellbogen ins Gesicht bekommen. Als Favre die erste Diagnose – Verdacht auf Jochbeinbruch – erfuhr, fluchte er leise vor sich hin. Am liebsten hätte er seine Wasserflasche auf den Boden gefeuert. Zwei Minuten vor dem Ende erwischte es auch noch einen der beiden Linienrichter am Oberschenkel, so dass das Spiel vorzeitig abgepfiffen werden musste.

 Hertha hingegen blieb in Belek von schlimmeren Verletzungen verschont. Allein Torhüter Marius Gersbeck musste außerplanmäßig abreisen. Peer Kluge (Rückenbeschwerden), Tolga Cigerci und Thomas Kraft sollen nächste Woche wieder normal trainieren. Herthas Stammtorhüter Kraft hat in den drei Testspielen nur eine Halbzeit (gegen den FC Aarau) auf dem Feld gestanden. „Ein Problem ist es nicht“, sagt Luhukay im Hinblick auf den Rückrundenstart bei Eintracht Frankfurt am Samstag in einer Woche. „Thomas hat auch durch die Trainingsspiele genügend Rhythmus aufnehmen können.“

 Die seit längerem verletzten Alexander Baumjohann und Änis Ben-Hatira sind in Belek ein wenig näher an die Mannschaft herangerückt. Baumjohann hat viereinhalb Monate nach seinem Kreuzbandriss erstmals wieder den Ball am Fuß gehabt. Prognosen, wann der 26-Jährige wieder zum Einsatz kommt, hält Luhukay für unseriös. „Wir müssen geduldig sein und werden nichts überstürzen“, sagt er. „Es gibt keinen Zeitplan. Das hat gar keinen Sinn. Warum sollen wir einem Jungen nach so einer Verletzung Druck machen?“

 Änis Ben-Hatira kommt nach seiner Sprunggelenksverletzung ebenfalls nicht für den Rückrundenauftakt in Frage. Er hat zwar am Dienstag beim Torschusstraining als Flankengeber mitgemacht; bei Spielformen und Zweikämpfen musste er allerdings noch zuschauen. „Er hat nicht nur eine Woche im Training gefehlt“, sagt Luhukay. Folglich wird es auch noch länger als eine Woche dauern, bis Ben-Hatira wieder spielfit ist.

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