Hertha im Trainigslager : Temperaturen im zweistelligen Bereich

Hertha BSC ist mit 26 Spielern ins Trainingslager in die Türkei gereist. Im Kampf um die Stammplätze könnte es an der türkischen Riviera heiß werden. Die ersten beiden Spieler mussten bereits zu Hause bleiben.

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Warten am Fließband. Die Hertha-Spieler Ben-Hatira, Janker und Allagui (von links) bei der Ankunft in der Türkei.
Warten am Fließband. Die Hertha-Spieler Ben-Hatira, Janker und Allagui (von links) bei der Ankunft in der Türkei.Foto: City-Press GbR

Belek - Die Zugehörigkeit zur Zweiten Liga wird bei Hertha BSC als ziemliche Zumutung empfunden. Im Kleinen aber hat es durchaus Vorteile, dass die Berliner im Moment nicht in der Bundesliga spielen. Als Erstligist wären sie schon vor zwei Wochen ins Trainingslager gereist, und das wäre recht ungemütlich für sie geworden. In Belek an der türkischen Riviera war es kälter als in Berlin, nachts sanken die Temperaturen sogar unter den Gefrierpunkt. Als der VfB Stuttgart in der vergangenen Woche in Belek trainierte, lief die Mannschaft geschlossen mit Mützen auf.

Deutlich wärmer war es gestern, als die Berliner Antalya nach einem Drei-Stunden-Flug erreichten. Für die kommende Woche sind Temperaturen im zweistelligen Bereich vorhergesagt. Noch am Nachmittag bat Trainer Jos Luhukay zu einer ersten Trainingseinheit.

„In Berlin haben wir mit Schnee und Kälte zu kämpfen“, sagte Herthas Trainer vor der Abreise. In den vergangenen Jahren, als Luhukay noch in Augsburg tätig war, ist der Holländer lieber in der Heimat geblieben, als in den Süden zu verreisen. Das lag aber auch daran, dass die Pause kürzer ausgefallen war als in diesem Winter. „Die Vorbereitung ist anders als in den vergangenen Jahren“, sagt Luhukay, „in der Bundesliga hat man nur zwei Wochen, jetzt haben wir vier.“

Mit 26 Spielern ist der Hertha-Tross gestern nach Antalya geflogen, darunter auch einige Langzeitverletzte. Peter Pekarik und Nico Schulz sind zwar dabei, werden in Belek allerdings noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Änis Ben-Hatira und der zuletzt angeschlagene Adrian Ramos (Achillessehnenprobleme) sollen wieder an das Team herangeführt werden. An ein Team, an das Daniel Beichler und Shervin Radjabali-Fardi wohl erst einmal den Anschluss verloren haben. Sie durften gestern nicht mit in die Türkei reisen, sondern werden in Abwesenheit ihrer Kollegen bei der U 23 in Berlin trainieren – und können nun recht verlässlich einschätzen, welche Perspektive sie bei Hertha noch haben. Doch auch ohne die beiden wird es in der Rückrunde einige Härtefälle geben. Wenn es nicht zu einer größeren Verletztenwelle kommen wird, muss Luhukay einen harten Konkurrenzkampf moderieren. Einige, die sich heute noch für wichtig und unentbehrlich halten mögen, könnten in einer Woche zu einem ganz anderen Ergebnis kommen.

Luhukay hofft trotzdem, dass sich der Aufenthalt in Belek positiv auf das Gesamtgefüge auswirken wird. „Die Mannschaft ist intensiver zusammen“, sagt er. „Die Verletzten waren länger nicht dabei, das Team kann im Trainingslager wieder stärker zusammenrücken.“ Auch deshalb haben die Berliner für eine Woche drei Testspiele terminiert: gegen die U 23 von Bayern München (Dienstag), den FC Lugano (Donnerstag) und Sturm Graz (Freitag, jeweils 14.30 Uhr). „Die Langzeitverletzten und auch die Reservisten können Spielpraxis sammeln“, sagt Luhukay. Die Begegnungen finden alle auf dem hoteleigenen Platz statt, die Wege sind kurz. Unliebsame Überraschungen kann es eigentlich nicht geben. Im selben Hotel haben sich die Berliner vor einem Jahr auf die Rückrunde vorbereitet. Dass an deren Ende der Abstieg in die Zweite Liga stand, lag aber ganz sicher nicht an Belek. Stefan Hermanns

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