Sport : Hertha - Kaiserslautern: Berliner ohne Energie

Klaus Rocca

"Licht aus", forderte einer der 28 146 Zuschauer im Berliner Olympiastadion, als es ganz danach aussah, als würde Hertha BSC erneut eine klare Niederlage kassieren. Zwischenzeitlich dürfte der Zuschauer versöhnt gewesen sein, weil Berlins Fußball-Bundesligist vor der Minusrekord-Kulisse von 28 146 Besuchern aus dem 0:2 ein 2:2 gemacht hatte. Doch am Ende kamen die Herthaner nicht um die Niederlage herum, das 2:4 (0:2) wirft sie in diesen freudlosen Tagen im Kampf um einen absoluten Spitzenplatz weiter zurück. Für Sebastian Deisler war es ein besonders bitterer Abend, musste er doch in der 87. Minute mit der Gelb-Roten Karte den Platz verlassen.

Als die Pfälzer durch Strasser und Klose, begünstigt durch schwere Abwehrfehler der Herthaner, 2:0 in Führung gegangen waren, gab es im Stadion kaum jemanden, der noch auf Hertha setzte. Umso weniger, als die Lauterer wesentlich frischer wirkten und bei ihren Kontern stets gefährlich waren. Doch Hertha-Trainer Jürgen Röber setzte in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte, als er Dick van Burik vom Platz nahm, die Libero-Position also auflöste, und mit Ali Daei einen dritten Stürmer neben Michael Preetz und Eyjölfur Sverrisson aufbot. Die Rechnung schien aufzugehen. Binnen fünf Minuten machten Sebastian Deisler und Michael Preetz mit seinem achten Saisontor aus dem 0:2 ein 2:2. Alles sah danach aus, als ob die Lauterer doch noch erwischt werden würden. Doch die Rechnung war nicht mit Miroslav Klose gemacht. In der 71. Minute nutzte er eine erneute Abwehrschwäche der Herthaner, die allerdings bei ihrem Sturmlauf die Deckung zwangsläufig vernachlässigten, zum entscheidenden Tor. Nach einem gekonnten Salto feierte Klose seinen Treffer. Und Djorkaeff setzte dann kurz vor dem Abpfiff noch einen drauf. Wieder einmal hatte Hertha vier Tore kassiert. Bitter für die Herthaner, dass sie noch um den Lohn ihrer sehenswerten Aufholjagd gebracht. Doch unverdient war der Sieg der Lauterer, die in der zweiten Halbzeit den Ex-Herthaner Mario Basler brachten, keineswegs. Bevor die Berliner in den Weihnachtsurlaub gehen, müssen sie noch einmal ran, am Sonntag zum Rückrundenstart gegen den FC Bayern. Im ausverkauften Olympiastadion (17.30 Uhr) ist dann Alex Alves wieder dabei. Der Brasilianer, in Leverkusen mit der Roten Karte vom Feld geschickt, wurde vom DFB-Sportgericht lediglich für ein Spiel gesperrt. Die Sperre saß Alves gestern ab.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben