Hertha - Leverkusen : Hertha verlängert Negativ-Serie

Bayer Leverkusen hat sich mit einem Sieg bei Hertha die Teilnahme am Uefa-Cup gesichert und dem Berliner Coach Karsten Heine einen unliebsamen Abschied vor heimischer Kulisse beschert.

Berlin - Leverkusen siegte mit 3:2 (2:1) gegen die Berliner. Für die Gäste erzielten Jan-Ingwer Callsen-Bracker (13.), Andrej Woronin (34.) und Bernd Schneider mit einem umstrittenen Foulelfmeter die Treffer (65.). Die Torjäger Marko Pantelic (32.) und Christian Gimenez (51.) besorgten zwei Mal nur den zwischenzeitlichen Ausgleich der Hertha, die nun schon seit 98 Tagen und sieben Spielen (ein Remis, sechs Niederlagen) im Olympiastadion ohne Sieg ist.

Der Bayer-Elf war vom Anpfiff an das Vorhaben anzumerken, sich für die schwachen Leistungen der zurückliegenden Wochen mit nur einem Sieg und vier Niederlagen rehabilitieren zu wollen. Sportdirektor Rudi Völler hatte es sich zuvor nicht nehmen lassen, seiner Mannschaft persönlich die Bedeutung des Matches zu verdeutlichen. Nach einer Saison mit vielen Höhen und Tiefen sicherte sich Leverkusen noch den angestrebten Einzug in den Europapokal.

Verdienter Führungstreffer

Angetrieben von Regisseur Schneider dominierte Bayer anfangs, als spielte man vor den 54.820 Zuschauern vor heimischer Kulisse. Stefan Kießling traf aber aus Nahdistanz (3.) ebenso nur die Latte wie Simon Rolfes neun Minuten später. Der Führungstreffer durch Callsen-Bracker, der einen Eckball per Kopf im äußersten Winkel des Hertha-Tores versenkte, war der verdiente Lohn der Bemühungen.

Danach hatten die Rheinländer Chancen zum 2:0, während sich Hertha nur langsam von dem Rückstand erholte. Nicht zufällig war es ein weiter Abschlag von Torwart Christian Fiedler, der die ersten Chance der Gastgeber und damit den Ausgleich einleitete. Pantelic nahm das Leder clever an, rannte nur wenige Schritte und knallte den Ball zu seinem 13. Saison-Treffer ins linke untere Eck. Doch schon im Gegenzug riss der künftige Liverpool-Stürmer Woronin die Hertha-Fans mit seinem zehnten Saisontor aus der Feierlaune, als er eine Kopfball-Ablage von Kießling zum 2:1 für Leverkusen verwertete.

Heine hat kaum Chancen auf Vertragsverlängerung

Zur zweiten Halbzeit wechselte Karsten Heine Kevin Boateng für Dick van Burik ein, um die Offensive anzukurbeln. Schon mit seiner zweiten Aktion dankte es ihm der Mittelfeldspieler und bereitete den Ausgleich vor, als Rene Adler seinen Schlenzer nicht festhalten konnte und Gimenez abstaubte. Vor dem entscheidenden Foulelfmeter hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark ein Foul von Arne Friedrich an Kießling gesehen. Schneider ließ sich die Chance nicht entgehen.

Ohne Wirkung blieb Yildiray Bastürk, der von der Hertha-Führung zuvor öffentlich verabschiedet worden war. Der türkische Nationalspieler hatte das Angebot zur Verlängerung des auslaufenden Vertrages abgelehnt. Er wird mit dem VfB Stuttgart und dem FC Valencia in Verbindung gebracht, Einzelheiten seiner Zukunftsplanung hat Bastürk bisher nicht mitgeteilt. Das letzte Spiel vor heimischer Kulisse dürfte es auch für Karsten Heine gewesen sein. Ohne Heimsieg verabschiedete sich der Interimscoachs aus dem Olympiastadion, dem schon vor der Partie kaum Chancen auf eine Verlängerung seines Kontrakts eingeräumt worden waren. (tso/dpa)

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