Sport : Hertha macht Gewinn

Schon vor dem Porto-Spiel sind die Uefa-Cup-Kosten gedeckt

Klaus Rocca

Berlin. Dieter Hoeneß wirkte bedrückt. „Bisher sind erst 12000 Karten verkauft worden. Das ist viel zu wenig“, sagte er. Da hatte der Manager gehofft, Hertha BSC werde trotz des nicht übermäßig attraktiven Gegners nun endlich im Achtelfinale des Uefa-Pokals mit einer stattlichen Summe dem „finanziellen Engpass“ (Hoeneß) begegnen können – und nun muss er erneut eine geringe Resonanz registrieren. Wie schon bei den Spielen gegen Aberdeen, Nikosia und Fulham wird heute beim Duell mit Boavista Porto (18.15 Uhr) eine höchst bescheidene Kulisse die Trostlosigkeit der Baustelle Olympiastadion noch vergrößern.

Aber wirklichen Trost braucht Hoeneß nicht. Erstens hat der Verein ohnehin im Etat lediglich mit Einnahmen aus den ersten drei Runden kalkuliert – und zwar in Anbetracht der geringen Zugkraft der Gegnerschaft nur mit einer bescheidenen Summe. Und zweitens gibt Geschäftsführer Ingo Schiller offen zu: „Die Runden haben wir kostendeckend, mit einem kleinen Plus, überstanden.“ Dafür reichten die bisher geringe Zuschauerzahl und die Fernseh- und Werbeeinnahmen aus.

Kämen heute 25000 Zuschauer, würde das rund eine Viertelmillion Euro in die Kasse spülen. Davon gingen dann freilich noch die Kosten für die Stadionmiete sowie den Sicherheits- und Ordnungsdienst ab. Die Fernseh-Originalübertragung ist für Hertha ein wichtiger Faktor. Mit ARD und ZDF wurde ein Staffelvertrag abgeschlossen, nach dem sich die Einnahmen von Runde zu Runde steigern. Zöge Berlins Fußball-Bundesligist ins Finale am 21. Mai ein, brächte das dem Verein insgesamt fünf Millionen Euro ein. Warten auf den Hauptgewinn.

Angesichts der Kirch-Krise und der daraus resultierenden Mindereinnahmen von 3,5 Millionen Euro allein für diese Saison käme diese Summe gerade recht. Auch deshalb, weil Hoeneß die Einbußen bei den Zuschauererlösen wegen des Stadionumbaus auf ebenfalls 3,5 Millionen Euro pro Jahr beziffert. Und wegen all’ dieser Gründe wollen Herthas Verantwortliche den vor der Saison als Ziel ausgerufenen Platz in der Champions League noch nicht aufgeben. In der Saison 1999/2000 nahm Hertha in diesem Wettbewerb rund 30 Millionen Mark ein.

Auch Friedrich fällt aus

Hertha muss im Pokalspiel neben dem verletzten Marko Rehmer noch einen weiteren Nationalspieler ersetzen. Arne Friedrich meldete sich mit einer Grippe ab.

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