Hertha nach Regensburg : Sechs Gewissheiten für das Derby

Hertha BSC nimmt nach dem 5:1-Sieg von Regensburg sechs Gewissheiten fürs Derby am kommenden Montag im Olympiastadion gegen den 1. FC Union mit – nur eine fehlt.

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Andenken aus Bayern. Herthas Ersatzkapitän Peer Kluge (rechts) zog sich in Regensburg einen Außenbandanriss zu. Sein Einsatz gegen Union ist äußerst fraglich.
Andenken aus Bayern. Herthas Ersatzkapitän Peer Kluge (rechts) zog sich in Regensburg einen Außenbandanriss zu. Sein Einsatz gegen...Foto: dpa

Berlin - Eine Information vorweg: Das Derby findet erst in einer Woche statt. Während die Stadt beginnt, über das Spiel gegen den 1. FC Union zu diskutieren, brachte Hertha BSC erst einmal eine ganze Menge Regensburg mit nach Berlin. Nicht nur den Schneeregen, der dem Team vom Spiel aus Bayern in den Norden gefolgt zu sein schien. Fabian Lustenberger verneinte auch alle Gedanken an das Derby. „Heute haben wir noch das Spiel vom Sonntag im Kopf“, sagte der Abwehrchef einen Tag nach dem 5:1-Sieg bei Jahn Regensburg. Nach einem freien Tag am Dienstag „geht ab Mittwoch die Konzentration aufs Derby los“.

Hertha brachte vor allem eine ganze Menge alter Gewissheiten mit. Dass im Zweifel auf sechs Dinge Verlass ist: die sichere Abwehr, die Fitness, die Moral, die Qualität, die Standards und Ronny. „Wenn es schwer ist für uns, dann holt er mit einer Aktion alles raus“, lobte Lustenberger den Brasilianer, erwähnte aber auch, „dass die Mannschaft gut für ihn arbeitet, damit er diese Freiheiten hat“.

Für die Abwehr ist hingegen Lustenberger selbst zuständig. Wie seine Nebenleute ist er kaum unüberwindbar. Der Schweizer antizipierte vieles, spielte teilweise gar zwei Positionen, Innenverteidiger und defensives Mittelfeld, für den in dieser Rolle überforderten Roman Hubnik. „Wir sind in der ersten Halbzeit kaum zu Chancen gekommen, aber haben auch nichts zugelassen“, sagte Lustenberger. Das habe die Mannschaft, die in der Halbzeit von Luhukay und den Führungsspielern lautstark wachgerüttelt wurde, aber nicht beunruhigt. Es sei eben „gut im Hinterkopf zu wissen, dass wir topfit sind, starke Standardschützen und Kopfballspieler haben und in der Lage sind, Spiele in der zweiten Halbzeit zu entscheiden“. Dieses Wissen hat sich Hertha im bisherigen Saisonverlauf angeeignet, es hilft, nicht die Geduld und Ordnung zu verlieren. „Wenn es aus dem Spiel schwierig wird, sind unsere Standards eine Extraqualität“, lobte Luhukay.

Herthas 5:1-Sieg bei Jahn Regensburg in Bildern
Grund zur Freude: In Regensburg gewannen die Herthaner ihr erstes Spiel nach der Winterpause mit 5:1.Alle Bilder anzeigen
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03.02.2013 15:53Grund zur Freude: In Regensburg gewannen die Herthaner ihr erstes Spiel nach der Winterpause mit 5:1.

Auf individuelle Qualitäten allein will sich der Trainer aber auch bei seinem für diese Zweite Liga sehr starken Kader nicht verlassen. „Was uns in der zweiten Halbzeit gut zu Gesicht stand, war, dass wir an Charakter und Mentalität zugelegt haben, dann kommt auch die Qualität“, sagte Luhukay. „Diese Ausgewogenheit hat uns auf den Weg zum Erfolg gebracht.“ Luhukay betont oft, dass die Balance aus Klasse und Einstellung stimmen muss, damit Hertha immer weiter zulegen kann. „Wir haben dann aus sechs Möglichkeiten fünf Tore gemacht“, lobte er. Auch Effizienz im Abschluss hat mit Qualität zu tun.

Bei den sechs Gewissheiten lässt sich auch verschmerzen, dass keine neue, eine siebte hinzukam: dass Hertha Gegner auch mit schnellen Kombinationen knacken kann. Die gelangen erst vereinzelt, als Regensburg schon geschlagen war. Lustenberger sprach von schwierigem Rasen, aber „schlussendlich haben wir 5:1 gewonnen. Wenn wir spielerisch super sind und 0:1 verlieren, wäre der Trainer weniger zufrieden. Von mir aus können wir immer schlecht spielen und durch Standards gewinnen, dann steigen wir auf.“

Neben dem Druck, das erste Spiel 2013 nicht verlieren zu wollen, der anzumerken war, kam hinzu, dass die Hereinnahme Hubniks den Spielaufbau eher hemmte. Der Tscheche musste meist weiträumig umspielt werden. Es war die Variante Nummer sicher, die aber weder defensiv noch offensiv wirklich half. Und trotzdem gegen Union wiederholt werden könnte.

Denn Peer Kluge erlitt einen Außenbandanriss im rechten Knöchel. Der Mittelfeldabräumer wurde am Montag untersucht, Ergebnis: sieben bis zehn Tage Pause. Luhukay will die Hoffnung noch nicht aufgeben. „Es wird knapp, wir müssen sehen, ob die Zeit reicht.“ Eventuell wird aber Peter Niemeyer rechtzeitig fit, er soll am Mittwochmorgen mit der Mannschaft trainieren. Peter Pekarik und Änis Ben-Hatira werden am Nachmittag gegen die eigene U23 unter Ausschluss der Öffentlichkeit darauf getestet, ob sie fit fürs Derby wären.

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