Sport : Hertha oder: Kein Grund zur Aufregung (Glosse)

Keine Frage: Die Chancen von Hertha BSC, in die Zwischenrunde der Champions League einzuziehen, sind groß. Die Berliner haben noch drei Spiele, zwei davon zu Hause. Es gibt also genügend Möglichkeiten zu punkten. Sollte Hertha BSC nach dem letzten Vorrundenspieltag tatsächlich auf einem der ersten beiden Plätze der Gruppe H stehen, würde die Mannschaft einen nie für möglich gehaltenen Triumph feiern. Manager Dieter Hoeneß hatte schon Platz drei als "sensationell" bezeichnet.

Dass durch die Dreifach-Belastung Bundesliga/DFB-Pokal/Champions League völlig neue psychische und physische Belastungen auftreten würden, war zu erwarten, und dass Hertha in der Bundesliga derzeit vor allem spielerisch und mitunter auch kämpferisch schwächelt, kommt deshalb so unerwartet nicht. Unerwartet ist nur der Grad dieser Schwächephasen. Beim Deutschen Meister Bayern München etwa darf man verlieren, aber zumindest nach entsprechender Gegenwehr. Davon war am Sonnabend nichts zu sehen.

Trotzdem muss einiges relativiert werden. Hertha BSC liegt in der Bundesliga nur vier Punkte hinter dem Soll, das lässt sich verkraften. Hertha steht auf Platz neun, auch damit kann man leben. Als bedrohlich wird diese Situation nur von den Fans empfunden, die wie selbstverständlich davon ausgehen, ihre Mannschaft werde wie in der vergangenen Saison auf Platz drei einlaufen. Herthas Ziel aber ist allein ein Platz im Europapokal, und dazu reicht in der Bundesliga Platz sechs. Hertha BSC spielt zurzeit nicht gerade aufregend - das bedeutet aber nicht, dass im Gegenzug für die Fans Grund zur Aufregung besteht.

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