Sport : Hertha reist nach Trier

Die erste Pokal-Runde verspricht spannende Duelle

Katrin Schulze

Berlin - Elf Mal hatte Steffi Jones zuvor schon in dem riesigen Topf mit den kleinen Kugeln gewühlt, bevor sie den Namen Bayern München vorlesen konnte. Matthias Sammer vollendete das Losglück der Münchner schließlich, indem er die Bayern-Halbkugel neben die von Rot-Weiß Erfurt steckte. Die Reise des Deutschen Meisters geht in der ersten Runde also zum Drittligisten nach Thüringen. „Ein schönes Los, das uns die Möglichkeit gibt, in den neuen Bundesländern zu spielen.“, sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. „Keine Frage, dass unterklassige Gegner aber auch immer für eine Überraschung gut sind.“ Klinsmann spielte dabei wohl auf die letzte Erstrunden-Erfahrung der Bayern an, die zu Beginn des Pokalwettbewerbs im vergangenen Jahr erst im Elfmeterschießen gegen Burghausen gewannen. Am Ende konnten sich die Münchner trotzdem durchsetzen und zum 14. Mal den Pokal in die Luft strecken.

Weniger erfolgreich ist die Pokalgeschichte der Mannschaft, die ihre Heimspiele am Standort des Finals austrägt. Nur zweimal spielte sich Hertha BSC bisher ins Pokal-Endspiel und nicht alle Hertha-Anhänger können sich noch aktiv daran erinnern, wie die Berliner 1977 und 1979 im Finale unterlagen. Herthas Trainer Lucien Favre will seine Mannschaft diesmal „bestens vorbereiten“, um die Statistik zukünftig freundlicher zu gestalten. Favre weiß aber auch, dass die Spieler von Eintracht Trier „um ihr Leben rennen werden“. Dass ihnen Bundesligisten zumindest gut liegen, bewiesen die Trierer bereits in der Saison 1997/98, als sie sowohl Schalke 04 als auch Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb beförderten. Die kleinen Trierer schlugen die großen Bundesligisten – das ist es, was die Faszination des Pokal-Wettbewerbs ausmacht.

In diesem Jahr wird dieser Kontrast vor allem bei der Begegnung zwischen dem Bundesliga-Aufsteiger Borussia Mönchengladbach und dem Siebtligisten Fichte Bielefeld deutlich. Fichte was? Ein Landesligist, der 1999 durch die Fusion des Vereins für Bewegungsspiele mit der Spielvereinigung Fichte entstanden ist und sich dank eines Sieges im Landespokal nun auf der großen DFB-Pokal-Bühne präsentieren darf. Für das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte wird der Klub ins Stadion von Arminia Bielefeld ausweichen. „Natürlich sind wir krasser Außenseiter“, sagte Fichtes Spielertrainer Marc Sawkill. „Aber wir werden auf jeden Fall alles geben.“ Was passieren kann, wenn die vermeintlichen Außenseiter sich so verausgaben, weiß auch Bayern München. Und es genügt nur ein Wort, um alle daran zu erinneren: Vestenbergsgreuth.Katrin Schulze

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