Sport : Hertha, setz ein Zeichen!

Ingo Schmidt-Tychsen

Spiele fair. Ein Sieg ist wertlos, wenn er nicht ehrlich und fair zustande gekommen ist. Betrügen ist einfach, aber unbefriedigend. Fair zu spielen, bedingt Mut und Charakterstärke, macht aber Spaß. Fairplay lohnt sich immer, selbst bei einer Niederlage. Fairplay bringt Anerkennung, Betrügen nur Schande. Vergiss nie: Fußball ist nur ein Spiel, das ohne Fairness, wie jedes andere Spiel auch, sinnlos ist.

Das ist der erste Absatz des Fairplay- Kodex der Fifa. Allerdings hält sich kaum ein Profi an diese edlen Vorgaben. Deshalb hat die für Regeländerungen zuständige Kommission schärfere Strafen für Ellbogenstöße und Spielverzögerungen angekündigt. Noch vor der WM sollen auch Simulanten härter bestraft werden. Wie hart, ist noch offen.

Wirkungsvoller wäre es ohnehin, wenn die Vereine selbst ihre Sünder zur Räson bringen und sich von deren Schauspielerei distanzieren würden. Als Herthas Andreas Neuendorf gegen Hamburg einen Elfmeter herausschinden wollte und anschließend mit einer Gelb-Roten Karte vom Platz flog, brachte er die Fans gegen den Schiedsrichter auf. Der Deutsche Fußball-Bund ermittelt nun, Hertha denkt noch über eine angemessene Strafe nach. Ein hartes Durchgreifen des Vereins über die übliche Geldstrafe hinaus wäre angemessen. Sie könnte verhindern, dass sich Fans und Profis zukünftig mit schauspielernden Spielern solidarisieren. Klar muss sein: Neuendorf hat nicht nur gegen edle Fairplay-Regeln verstoßen. Er hat auch seinem Verein geschadet.

Seite 19

0 Kommentare

Neuester Kommentar