Sport : Hertha soll büßen

Frankfurt sucht nach Kompensation für das 1:1 gegen Rostock

Hartmut Scherzer

Frankfurt. Hansa Rostock bleibt in Frankfurt ein Ärgernis. Schon vor zwölf Jahren hatte der Klub von der Ostsee am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga verhindert, dass Eintracht Frankfurt Deutscher Meister wurde, und in der Hinrunde der laufenden Saison fertigten die Norddeutschen die Hessen im Ostsee-Stadion 3:0 ab. Doch die Eintracht 2004 ist stärker geworden, vor allem, weil Ingo Hertzsch und Ioannis Amanatidis in der Winterpause zur Mannschaft gestoßen sind. 1:1 gegen Bayern München, 2:1 bei Bayer Leverkusen, das war der Auftakt. Doch nun folgte im Waldstadion ein enttäuschendes 1:1 gegen Hansa Rostock. Die Gelegenheit, die Abstiegsränge zu verlassen, hat die Eintracht leichtfertig vergeben.

Kein Wunder, dass Eintracht-Kapitän Alexander Schur knurrte: „Wir sind selber schuld. Ein 1:0 muss man über die Zeit bringen können.“ Die Führung hatte der Brasilianer Chris mit einem Kopfball erzielt. Nach der Pause hatte die spielerisch klar überlegene Eintracht ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten durch Günther, Skela , Kreuz, Preuß, Amanatidis und abermals Skela. „Wenn diese vielen Chancen vergeben werden, besteht immer die Gefahr, dass der Ausgleich fällt“, sagte Eintracht-Trainer Willi Reimann. Diesen Ausgleich besorgte der eingewechselte Magnus Arvidsson acht Minuten vor dem Abpfiff.

Nur in den ersten zehn Minuten, als die Mannschaft noch kompakt stand und vor allem über die schnellen Tjikuzu und Rasmussen couragiert nach vorne spielte, hatte Hansa zwei Torchancen durch einen Kopfball von di Salvo und einen Schuss von Tjikuzu. Aber auch die Eintracht hatte nach den Startschwierigkeiten durch Amanatidis zwei gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen.

Der Rostocker Ronald Maul verkündete nach dem Schlußpfiff strahlend: „Wir haben schlecht, ja katastrophal gespielt und Dusel gehabt.“ Schließlich war der Schuss des in der 67. Minute eingewechselten Schweden Arvidsson der erste in der zweiten Halbzeit auf das Frankfurter Tor. „Hätten wir verloren, wäre unser Trainer noch drei Wochen im Bett geblieben“, sagte Maul. Juri Schlünz, der Trainer, hat Grippe. Er fehlte in Frankfurt. Aber er hatte seinem Assistenten Wolfgang Funkel selbstverständlich die Aufstellung und die taktische Marschroute vorgegeben. Doch die Entscheidung, wen er einwechselte, die musste Funkel natürlich allein treffen. Und der Kotrainer war selbstverständlich zufrieden mit dem Ergebnis. Aber nur mit dem. „Mit dem Spiel meiner Mannschaft war ich nicht einverstanden.“

Bei Frankfurts Trainer Reimann hörte sich das anders an. „Gutes Spiel, schlechtes Ergebnis.“ Er warf seinen Profis weniger den Ausgleichstreffer vor. Aber dafür krisitierte er hart die mangelhafte Chancenverwertung. Die Profis übten aber auch Selbstkritik. „Nachlässigkeit und fehlende Konsequenz“, analysierte Henning Bürger. „Nun müssen wir versuchen, die Punkte am nächsten Sonntag in Berlin zurückzuholen“, erklärte Schur. Und wie soll das gehen gegen Hertha BSC, eine Mannschaft, die nach zwei Siegen wieder erheblich selbstbewusster auftritt? Schur: „Mit mehr Cleverness.“

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