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Hertha spielt 1:1 in Ingolstadt : Babbel: "Nicht mehr verdient als einen Punkt"

Fast wären es sechs Punkte aus zwei Spielen in Bayern gewesen. Doch nach dem Sieg in Fürth muss Hertha BSC in Ingolstadt kurz vor Schluss noch den 1:1-Ausgleich hinnehmen.

Carsten Eberts
Wieder am Ball für Hertha: Raffael, hier im Kampf mit Ingolstadts Malte Metzelder.
Wieder am Ball für Hertha: Raffael, hier im Kampf mit Ingolstadts Malte Metzelder.Foto: dpa

Pierre-Michel Lasogga machte ein gefasstes Gesicht, jedoch eines, durch das mächtig Ärger geflossen war. Die Ursache dafür lag in der 86. Spielminute, als der FC Ingolstadt einen Freistoß in den Strafraum von Hertha BSC schlug, und Lasogga seinem Gegenspieler Marvin Matip ein paar Zentimeter zu viel Platz ließ: Matip köpfte unbedrängt zum 1:1-Ausgleich ein. „Das ist mein Mann“, sagte Lasogga, „da gibt es nichts zu entschuldigen.“ Auch der Umstand, dass er die Berliner eine Viertelstunde zuvor mit seinem neunten Saisontor in Führung gebracht hatte, stimmte Herthas Stürmer nur unerheblich besser: „Es wäre noch schöner gewesen, wenn die Mannschaft davon profitiert hätte.“

Die beiden Dienstreisen in den Süden waren für Hertha trotzdem erfolgreich. Vier Punkte in fünf Tagen bei den bayerischen Vertretern aus Fürth und Ingolstadt sind passabel, daran ließen auch die Verantwortlichen keinen Zweifel. „Wir hatten nicht mehr verdient als einen Punkt“, sagte Manager Michael Preetz, „unterm Strich sind vier Punkte aus dieser bayerischen Woche okay.“ Trainer Markus Babbel sah es ähnlich: „Ich hatte gehofft, dass wir heute mal ein schmutziges 1:0 nach Hause bringen. Aber am Ende ist das 1:1 ein gerechtes Resultat.“ Die famose Auswärtsserie von fünf Siegen hintereinander ist zwar gerissen – der Vorsprung auf Verfolger Augsburg betrug nach dem Freitagspiel jedoch satte fünf Punkte.

Gerecht war das Unentschieden vor allem, weil die Berliner in Ingolstadt nur in seltenen Momenten wie ein Tabellenführer auftraten. „Wir haben nicht sauber gespielt“, kritisierte Babbel, „die Laufbereitschaft war nicht da, wir waren nicht aggressiv und unglaublich schlampig im Passspiel.“ Wegen Gelbsperren hatte Babbel seine Elf auf zwei Positionen umbauen müssen: Für Christian Lell verteidigte Christoph Janker hinten rechts, und die Rolle des zentralen Mittelfeldmannes Peter Niemeyer übernahm Raffael, der zuletzt zweimal auf der Bank gesessen hatte. Richtig werben für sich konnte der Brasilianer jedoch nicht.

Es war erstaunlich, mit welch profanen Mitteln Ingolstadt den Berlinern das Spiel schwer machte. Erst als sich Hertha Ende der ersten Halbzeit zu schnelleren Angriffen entschloss, kam der Klub durch Raffael und Lasogga zu gefährlichen Chancen. Kurz vor der Pause wäre Hertha für das behäbige Spiel fast noch bestraft worden: Ronny brachte am rechten Strafraumeck Moise Bambara zu Fall, und Schiedsrichter Tobias Welz entschied auf Elfmeter. Torhüter Maikel Aerts, der diesmal einen guten Tag erwischte, wählte jedoch die richtige Ecke und parierte den mäßig geschossenen Strafstoß von Stefan Leitl sicher.

Welche der zahlreichen Verbesserungsmöglichkeiten Babbel seinen Spielern in der Pause aufgezeigt hatte, war zunächst schwer zu erkennen. Hertha gelang es auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht, die Partie positiver zu prägen. Das schwache Spiel war nun reich an sehr schwachen Momente: Raffael verdribbelte sich noch weit vor dem Strafraum, im Gegenzug endete ein seltener Ingolstädter Konter in den Beinen von Herthas Kapitän Andre Mijatovic.

Das 1:0 für Hertha fiel völlig aus dem Nichts: Ingolstadts Malte Metzelder rutschte aus, der erst Sekunden zuvor eingewechselte Nico Schulz schnappte sich den Ball und passte in die Mitte, wo Lasogga aus Nahdistanz zum 1:0 einschob. Für einen Sieg reichte dieser Treffer am Ende nicht – und das ärgerte den Torschützen selbst am allermeisten.

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