Sport : Hertha spielt im UI-Cup

1:2 in Nürnberg reicht für Platz sechs – Simunic vom Platz gestellt

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Zum ersten Mal tritt der Hauptdarsteller des gestrigen Nachmittages nach 25 Minuten in Erscheinung. Für ein leichtes Foul an Robert Vittek sieht Josip Simunic die Gelbe Karte. Fünf Minuten später köpft der Berliner Innenverteidiger den Ball versehentlich genau in den Lauf von Vittek. Der Nürnberger läuft auf Torwart Christian Fiedler zu und erzielt das 1:0. Acht Minuten danach springt Simunic Stefan Kießling in die Beine – Gelb-Rot, Simunic muss den Platz verlassen. Die Vorstellung des kroatischen Nationalspielers ist kurz. Doch auch nach der Begegnung zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Nürnberg bleibt Simunic das beherrschende Thema. Dass Hertha am letzten Spieltag der Bundesligasaison 1:2 (1:1) vor 45 817 Zuschauern im Frankenstadion verliert, ist kaum mehr von Interesse, weil Dortmund nicht in München gewinnt. Nur die Westfalen hätten Hertha den sechsten Platz noch streitig machen können, der zur Teilnahme am UI-Cup berechtigt.

Zu Beginn der kommenden Spielzeit wird Hertha nach Osteuropa reisen, um im UI-Cup gegen eine Mannschaft mit einem schwierig auszusprechendem Namen zu spielen. Josip Simunic wird dann möglicherweise noch dabei sein. Bislang hatte es danach ausgesehen, dass er Berlin verlassen will. Die Frist für die Annahme eines Angebots hatte er verstreichen lassen. Gestern sagte Manager Dieter Hoeneß: „Wir werden morgen wahrscheinlich noch einmal in dieser Frage aktiv. Es gab eine Annäherung, Joe hat klare Signale gegeben.“ Simunic selbst wollte sich nicht äußern.

Vielleicht wäre Pal Dardai kein so wunderschönes Tor zum Ausgleich gelungen, wenn Simunic nicht kurz zuvor vom Platz geflogen wäre. „Wir waren zu zehnt viel besser als zu elft“, sagte Kevin-Prince Boateng. In der 41. Minute landete ein Volleyschuss von Dardai aus 18 Metern Entfernung genau im linken unteren Eck des Nürnberger Tores. Es war der fußballerische Höhepunkt einer ausgeglichenen Halbzeit auf durchschnittlichem Niveau.

Die zweite Hälfte begann mit einer großen Chance für Solomon Okoronkwo, seinen Schuss lenkte Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer mit einer guten Parade um den Pfosten herum. Die Nürnberger übernahmen erst wieder die Initiative, nachdem sie Gleichzahl auf dem Platz hergestellt hatten. Der bereits verwarnte Jan Polak warf einen Ball an den Rücken von Herthas Sofian Chahed. Schiedsrichter Lutz Wagner schickte Polak mit einer Gelb-Roten Karte vom Feld.

Die Nürnberger kamen in der Folgezeit zu einigen Tormöglichkeiten. Eine davon nutzte Iwan Sajenko in der 84. Minute zum 2:1 für Nürnberg. Die Berliner versuchten danach noch einmal Druck aufzubauen – vergeblich. Selbst die Einwechslung des kopfballstarken Alexander Madlung ließ Hertha zu keiner Chance mehr kommen. Madlung hatte mit Zahnschmerzen zunächst auf der Bank gesessen. Er wird in der nächsten Saison womöglich in Wolfsburg spielen. Dieter Hoeneß sagte gestern, dass Hertha den Wolfsburgern die Erlaubnis erteilt habe, mit Madlung zu verhandeln. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger steht noch bis 2007 in Berlin unter Vertrag. Madlung sagte gestern nichts dazu.

Den mitgereisten Fans der Berliner waren gestern trotz der Niederlage bester Laune. Sie feierten mit der Mannschaft den Einzug in den UI-Cup. Josip Simunic war da längst im Mannschaftsbus verschwunden. Mit gesenktem Kopf.

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