Sport : Hertha spricht sich aus und schweigt Trainer Götz mahnt zu mehr Zurückhaltung

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Berlin Es ist nicht unüblich, dass ein Trainer seine Spieler mit Videosequenzen auf den nächsten Gegner vorbereitet. Unüblich ist, dass die Aufmerksamkeitsschwelle der Spieler bei einer solchen Analyse um Längen überschritten wird. 70 Minuten saßen die Fußballer von Hertha BSC gestern vor ihrem Nachmittagstraining zusammen. Ziemlich lange, um sich eine Halbzeit aus dem Spiel ihres Uefa- Cup-Gegners Halmstad gegen Föreningen anzuschauen. Und den Rest der Zeit? „Da müssen Sie den Trainer fragen“, antwortete Mittelfeldspieler Niko Kovac.

Nachdem Herthas Spieler zuletzt allerhand Feindlichkeiten über die Medien ausgetauscht hatten, schien Kovac peinlich bemüht, den Verhaltenskodex zu befolgen und nichts Vertrauliches auszuplaudern. Marcelinho hatte in der „Bild“ nach der Niederlage in Bielefeld gemäkelt, Herthas Nationalspieler dächten zu viel an die WM, Josip Simunic empfahl dem Brasilianer daraufhin, die Klappe zu halten. Nach der Sitzung berichtete Kapitän Arne Friedrich, dass „alles bereinigt“ sei. Trainer Falko Götz hatte seine Spieler zu größerer Zurückhaltung ermahnt: „In der Öffentlichkeit werden wir unsere Probleme nicht lösen.“ Wichtig war ihm, den Konflikt aus der Welt zu schaffen, „damit wir nicht mit schwelenden Geschichten an die nächsten Aufgaben herangehen“.

Am Donnerstag bestreiten die Berliner in Göteborg gegen Halmstads BK ihr erstes Gruppenspiel im Uefa-Cup (16.15 Uhr, live im DSF), und nur zwei Tage später steht die Bundesligabegegnung gegen Mainz 05 an. Niko Kovac wird wegen Rückenproblemen heute nicht mit nach Schweden fliegen. „Wenn wir Normalform erreichen, werden wir gewinnen“, sagte er. „Egal, wer spielt.“ sth

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