Sport : Hertha steht bedingungslos zu Götz

Gestern Abend fiel die Entscheidung: Berlins Bundesligist hält am Trainer fest

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Berlin - 21.05 Uhr, Maritim-Hotel in der Stauffenbergstraße. Drei Männer stehen in der Lobby des Hotels. Es wurde konferiert, zwei Stunden und fünfzig Minuten lang. Erschöpft wirken die drei nicht, eher gelöst. Denn sie sind sich einig geworden. Falko Götz bleibt Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC.

Die drei Männer, das sind Manager Dieter Hoeneß, der Aufsichtsratvorsitzende Rupert Scholz und das Aufsichtsratmitglied Dirk Greiser. Stellvertretend für die 14 Mitglieder des Beteiligungsausschusses verkünden sie das Ergebnis der eben erfolgten Abstimmung. „Einstimmig und bedingungslos stehen wir hinter Falko Götz“, sagt Dieter Hoeneß. Er leitet das Wort weiter an Dirk Greiser, der sagt, „dass ich mich eindeutig für Götz positioniert habe, weil er sehr gut mit der Mannschaft arbeitet und man in den letzten Spielen gesehen hat, dass sie gekämpft hat“. Schließlich darf Rupert Scholz noch erzählen, „dass intensiv diskutiert wurde. Aber wir haben von Anfang an gesagt, dass es eine schwere Saison wird“. Dieter Hoeneß legt Wert auf die Feststellung, dass diese Entscheidung nicht allein seine ist. „Eigentlich ist das Sache der Geschäftsführung, aber wir wollten das auf eine breite Basis stellen“, sagt er. So wird Dieter Hoeneß’ Schicksal nicht direkt mit dem von Falko Götz verknüpft sein. Speziell der Manager war in den vergangenen Wochen beim Anhang des Klubs in die Kritik geraten. Die Fans werfen ihm eine verfehlte Transferpolitik vor.

Hertha BSC ist seit 13 Pflichtspielen sieglos. Am Sonnabend wird die Mannschaft beim Tabellenzweiten Werder Bremen antreten müssen. „Dort werden wir auf Teufel komm raus versuchen, den Bock umzustoßen“, sagte Trainer Falko Götz gestern. Er sei „schon erleichtert“ über die Entscheidung des Beteiligungsausschusses. Beim Spiel in Bremen werde „ein kämpferischer Trainer“ auf der Bank sitzen.

Dieter Hoeneß hatte am Sonntag, einen Tag nach der Niederlage gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln, angekündigt, dass in den kommenden Tagen über mehrere Personalfragen entschieden wird. Gestern Abend verkündete er lediglich positive Personalentscheidungen, viele hatten mit Konsequenzen für Spieler gerechnet. „Wir wollen in Zukunft auf die jungen Spieler setzen“, sagte Hoeneß. Dem 25-jährigen Mittelfeldspieler Oliver Schröder und dem 22-jährigen Malik Fathi habe man vor kurzem sehr konkrete Angebote unterbreitet. Auch Sofian Chahed (22) wurde signalisiert, dass Hertha ihn halten will. „Wir sind mit seiner Entwicklung in der letzten Zeit sehr zufrieden“, sagte Hoeneß.

Weniger zufrieden ist der Manager mit den älteren Spielern, die den jungen Spielern als Vorbild dienen und das Gerüst der Mannschaft bilden sollen. „Da hat es Schwierigkeiten gegeben“, sagte Herthas Manager. Ob und von welchen Führungsspielern er sich trennen möchte, sagte Dieter Hoeneß nicht. Die Verträge der routinierten Verteidiger Dick van Burik, Josip Simunic und des Mittelfeldspielers Niko Kovac laufen am Ende der aktuellen Saison aus.

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