Sport : Hertha taumelt

HSV verschießt beim 0:0 in Berlin einen Elfmeter

Berlin - Als das Spiel für Jerome Boateng vorzeitig endete, hatte er das Schlimmste schon längst überstanden. Kurz nach der Pause musste der Verteidiger des Hamburger SV verletzt vom Platz, die Wut des Berliner Publikums war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend verflogen. Anfangs hatten die Zuschauer noch jeden Ballkontakt des früheren Berliners mit Pfiffen bedacht. Irgendwie muss sich das Erregungspotenzial schließlich entladen. Das Spiel zwischen Hertha BSC und dem HSV, das mit einem treffenden 0:0 endete, bot den 40 289 Besuchern dazu gestern Abend wenig Gelegenheit. Die beste Chance zum Sieg vergab der Hamburger Ivica Olic, der eine Viertelstunde vor Schluss einen Foulelfmeter neben das Tor setzte.

Der Begegnung mangelte es nicht an Dynamik, doch dass beide Teams bemüht waren, schnell zu spielen, führte vor allem dazu, dass sie schnell den Ball verloren. „Ein Punkt war heute das Maximale“, sagte hinterher Herthas eingewechselter Spieler Pal Dardai. Allerdings fehlten auf beiden Seiten wichtige Spieler: HSV-Trainer Huub Stevens musste Vincent Kompany, Rafael van der Vaart, Thimothee Atouba und David Jarolim verzichten, Juan Pablo Sorin verletzte sich bereits in der Anfangsphase und musste ebenso wie später Boateng ausgewechselt werden. Bei den Berlinern fielen Steve von Bergen und die beiden Stürmer Marko Pantelic und Raffael aus. André Lima, der wieder als Spitze spielte, bewies erneut, dass Hertha im Sommer eine abenteuerliche Ablösesumme für ihn gezahlt hat.

Überhaupt fehlte es Herthas Spiel nach vorne an Zielstrebigkeit. Möglichkeiten ergaben sich vor der Pause eher zufällig, wenn die Hamburger im eigenen Strafraum nicht mit Entschlossenheit zu Werke gingen. Doch die Berliner konnten diese Nachlässigkeiten nicht nutzen. Im Gegenteil: Sie spielten noch ein wenig fehlerhafter als ihr Gegner. Vor allem Gojko Kacar und Rudolf Skacel, die zuletzt zu den stärkeren Herthanern gehört hatten, blieben unter ihren Möglichkeiten. Skacel leitete nach zehn Sekunden die erste Chance für den HSV ein, als Olic seinen mickrigen Rückpass erlief, Herthas Torhüter Jaroslav Drobny umspielte, den Ball jedoch aus spitzem Winkel nur noch ans Außennetz setzen konnte.

Herthas Trainer Lucien Favre reagierte nach 20 Minuten, zog Skacel aus der Viererkette wieder ins Mittelfeld vor. Doch der Tscheche blieb auch auf seiner neuen Position ein Sicherheitsrisiko. Mit einem ungenauen Zuspiel brachte er Arne Friedrich in Bedrängnis, Mohamed Zidan eroberte den Ball, bediente Änis Ben-Hatira am Fünfmeterraum, doch der schaffte es, den schon am Boden liegenden Drobny anzuschießen.

Nach der Pause trat Hertha mutiger auf. Die Mannschaft verteidigte offensiver, erkämpfte die Bälle früher und kam zu Kontermöglichkeiten. Die beste vergab Patrick Ebert in der 47. Minute. Nachdem Lukasz Piszczek ihn perfekt frei gespielt hatte, stand Ebert frei vor Hamburgs Torhüter Frank Rost, mit seinem Schuss verfehlte er allerdings das Tor. Schließlich hätten die Berliner die Begegnung beinahe verloren. Im eigenen Strafraum brachte Josip Simunic Guy Demel zu Fall, der zuvor seinem Gegenspieler Skacel enteilt war. Schiedsrichter Sippel gab Elfmeter, doch Olic schoss den Ball deutlich am Tor vorbei. Eine Minute später wurde der Kroate ausgewechselt. Hertha gelang anschließend nichts mehr. „Über das Ergebnis können wir uns nicht beklagen“, sagte hinterher Kapitän Friedrich und trottete in die Kabine.

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