Sport : Hertha trifft nicht mehr

Mit dem 0:0 gegen Freiburg stellen die Berliner einen Rekord auf: Drei Spiele, null Tore

Klaus Rocca

Berlin. Das vollmundigste Versprechen dieser Woche kam nicht von der sportlichen Führung von Hertha BSC. Während Trainer Huub Stevens sich nichts Wesentliches entlocken ließ, vermeldete die Pressestelle des Bundesligisten, dass es ab sofort wieder Vollbier im Olympiastadion geben werde. Doch so leicht vergessen die Berliner Fans nicht, worauf es wirklich ankommt. Ihrer Mannschaft war als einziges der 36 deutschen Profiteams noch kein Tor gelungen. Nur 32 508 kamen gestern ins Olympiastadion. Ein Tor bekamen auch sie nicht zu sehen. Hertha trennte sich vom SC Freiburg 0:0.

Hertha hatte sich viel vorgenommen, vor allem ein Tor zu schießen. Die Hereinnahme von Nando Rafael erwies sich als Bereicherung. Der 19-jährige Angolaner, der den gesperrten Artur Wichniarek ersetzte, überzeugte mit Elan und Spielwitz. In der 13. Minute scheiterte er nach einem Pass von Fredi Bobic an Freiburgs Torwart Golz. Der hatte zuvor mit einem Reflex gegen Andreas Neuendorf geklärt, der in der fünften Minute schon aus fünf Metern Entfernung volley abzog. Das war es im Wesentlichen im ersten Durchgang schon, mal abgesehen von einer Chance von Dick van Burik, dessen Kopfball Freiburgs Zeyer von der Torlinie drosch. Danach aber verpufften die Bemühungen der Berliner. Die Freiburger versteckten sich keinesfalls. Allerdings waren sie im Strafraum der Berliner zu verspielt. Mit zunehmender Zeit wurden die Herthaner unsicherer. Kaum einer wagte ein Dribbling, fast alle gingen 1:1-Situationen aus dem Weg. Vielmehr ließen sie sich zu riskanten Zuspielen und hilflosen Schüssen aus der Distanz hinreißen. Pfiffe zum Pausenpfiff. Die neuen Vorsätze waren dahin, das alte Problem da – die mangelnde Durchschlagskraft.

In der zweiten Halbzeit wollte Hertha den Druck erhöhen. Wann, wenn nicht gegen einen Aufsteiger? Die Freiburger waren in ihrer letzten Bundesligasaison die schlechteste Auswärtsmannschaft. Nach einer gespielten Stunde wurde Trainer Stevens aktiv. In Josip Simunic nahm er einen Abwehrspieler vom Feld, dafür brachte er den offensiven Bartosz Karwan. Der hatte gleich eine Torchance nach schönem Steilpass von Dardai. Golz parierte. Der Höhepunkt der Abschlussschwäche war in der 70. Minute erreicht, als hintereinander erst Rafael, dann im Nachschuss Bobic sowie Karwan im Nachschuss scheiterten. „Stevens raus“ hallte es von den Rängen. Drei Minuten vor dem Abpfiff scheiterte noch einmal Bobic anfängerhaft. Bis zum Tor waren es drei Meter. 0:0 hieß es am Ende. Damit stellte Hertha einen Negativrekord auf. In der Saison 1978/79 beendete Holger Brück drei Minuten vor Ende des dritten Spiels die torlose Zeit.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Karl-Heinz Körbel, der Spielbeobachter aus Frankfurt, das Stadion längst erleichtert verlassen. Nächste Woche spielt Hertha bei der Eintracht.

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