Hertha und der Tumult : Gegen das Faustrecht

Tore fallen – bis auf Ausnahmen – nie aus dem Nichts, sondern meist nach Fehlern. Hertha wird hoffen wollen, dass der Tumult die seltene Ausnahme war. Es zu wissen, wäre besser.

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Hertha hat gestern zwei Nachwuchsspieler belobigt. Weil sie gut waren, durften sie mal bei den Profis mittrainieren. Dabei sind Atakan Yigitoglu und Bene Brecht ganz sicher um eine Erfahrung reicher geworden. Sie erlebten das tumultartige Handgemenge aus nächster Nähe – und staunten. So etwas gibt es nicht nur auf der Konsole.

Nun muss der Vorfall nicht dramatisiert werden, doch beim Staunen sollte es die Führung des Profikaders nicht belassen. Schön, solche oder ähnliche Fälle gab es schon im Profifußball, und es wird sie auch immer mal wieder geben. Man mag zudem einwenden, dass ein solches Verhalten von Lebendigkeit zeugt, von Eifer und Leidenschaft. In solchen Fällen der beliebteste Einwand allerdings auch der oberflächlichste. Schon deshalb sollte diese Angelegenheit nicht als normal abgetan, sondern ernst genommen werden. Schon um auszuschließen, dass dieser Tumult eben kein normaler Zwischenfall ist, dass er keine tieferliegenden Gründe hat. Unzufriedenheiten bei denen, die hintendran sind, sind das eine, eventuelle Versäumnisse in der teaminternen Kommunikation das andere.

Tore fallen – bis auf Ausnahmen – nie aus dem Nichts, sondern meist nach Fehlern. Hertha wird hoffen wollen, dass der Tumult von gestern die seltene Ausnahme war. Es zu wissen, wäre besser.

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