Hertha verabschiedet sich aus Europa : Fatales zum Finale

Eine Halbzeit lang überzeugt Hertha BSC bei Olympiakos Piräus – doch dann verlieren die Berliner 0:4 und scheiden aus dem Uefa-Cup aus.

André Görke[Piräus]
Hertha Piräus HP Foto: dpa
Uefa-Cup-Aus für Hertha: Eine Halbzeit lang überzeugt Hertha BSC bei Olympiakos Piräus. Am Ende müssen die Berliner aber eine hohe...Foto: dpa

Eine erfolgreiche Hinrunde liegt hinter Hertha BSC. In der Fußball-Bundesliga beendeten die Berliner das Jahr immerhin als Tabellendritter. National hat Hertha die Erwartungen übertroffen, international dagegen waren die Berliner nur Mitspieler: Das Abenteuer Uefa-Cup endete für Hertha am Donnerstagabend in den Nebelschwaden des Stadions von Olympiakos Piräus. Hertha musste gewinnen, um weiterzukommen, doch am Ende brannten die Fans der Griechen einen Feuerwerkskörper nach dem anderen ab. Hertha verlor trotz engagierter Vorstellung im ersten Durchgang 0:4 (0:0).

In Athen war es gestern Nachmittag ungemütlich. Trängengasgeruch lag in der Luft, die anhaltenden Unruhen in der griechischen Hauptstadt haben ihre Spuren hinterlassen. Da war es im Stadion Georgios Karaiskakis in der unweit von Athen gelegenen Hafenstadt schon gemütlicher. Auch hier allerdings lagen Nebel der Luft, schon vor Spielbeginn brannten Fans von Olympiakos rund 40 bengalische Feuer ab. Herthas Manager Dieter Hoeneß zeigte sich von der imposanten Kulisse, die die 33 000 Zuschauer boten, beeindruckt, sagte aber auch: „So eine Atmosphäre sollte uns auch anspornen. Wir müssen nach vorne spielen, dann haben wir eine Chance.“

So sah es dann auch aus. Auch wenn die ersten zehn Spielminuten für den Betrachter von den über das Spielfeld wabernden Nebelschwaden getrübt wurde, behielt Hertha doch den Durchblick und hatte gleich zu Anfang beste Torchancen. Zunächst scheiterte Pal Dardai mit einem strammen, aber zu unplatzierten Schuss an Antonis Nikopolidis. Wenig später parierte der griechische Torwart dann einen Distanzschuss von Cicero.

Dardai und Pantelic vergeben beste Chancen

Der Ball flog dem lauernden Marko Pantelic genau auf die Füße. Doch der Serbe, gestern einzige Berliner Spitze, war aber zu überrascht von der sich ihm bietenden Möglichkeit und drosch den Ball weit über das Tor.
Hertha führte Regie, machte die Räume für den Gegner eng. Die anfangs euphorischen Zuschauer verstummten schnell. Von den Griechen war in der ersten Hälfte weniger zu sehen als von den Berlinern. Eine sehr gute Chance hatten die Griechen ganz zu Anfang, doch Fabian Lustenberger klärte den Schuss des Brasilianers Diogo noch vor der Linie.

Nach dieser Szene aus der Anfangsphase hatte Hertha das Spiel eine Halbzeit lang im Griff – allerdings nicht länger. Mit Beginn des zweiten Durchgangs präsentierten sich die Griechen motivierter, dem Spiel ihre eigene Note zu geben. Hertha agierte nun zu passiv und das hatte Folgen: Nach einem Freistoß von Predrag Djordjevic segelte der Ball in den Berliner Fünf-Meter-Raum. Der machtlose Steve von Bergen sah sich umringt von drei Gegenspielern, von denen schließlich Dudu den Ball ins Berliner Tor einköpfen konnte.
Hertha stand nun vor der schweren Aufgabe, dem Spiel eine Wende geben zu müssen.

In der zweiten Halbzeit ist Hertha machtlos

Wohl auch angesichts der fehlenden Stammspieler Andrej Woronin (Grippe), Gojko Kacar (Knieprellung) und Josip Simunic (Wadenverletzung) war da aber für die müde wirkenden Berliner nichts mehr zu machen. Olympiakos machte nach dem 1:0 weiter Druck. Das zweite Tor war die Konsequenz, auch wenn es aus Berliner Sicht unglücklich zustande kam. Von Bergen hielt Dudu im Strafraum fest, Schiedsrichter Martin Hansson aus Schweden zeigte auf den Elfmeterpunkt. Luciano Galletti verwandelte zum 2:0.

Am Ende wurde es noch richtig bitter für Hertha BSC: Vassilis Torosidis traf zum 3:0 und kurz vor Schluss legte Diogo sogar noch einmal nach. Das war es dann für Hertha. Die Berliner schieden als Gruppenvierter von fünf Teams aus. Sie hätten nur als Dritter, nur bei einem Sieg in Piräus weiterkommen können – was eine schwere Aufgabe war. Die Griechen haben seit anderthalb Jahren zuhause nicht verloren. Und diese Serie endete auch gegen Hertha BSC nicht.

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