Hertha vor dem Spiel in Aue : Babbel muss improvisieren

Hertha BSC ist nicht nur in die Bundesliga aufgestiegen, sondern auch ein bisschen ins Finale der Europa League eingezogen. Doch die Freude vor dem Spiel in Aue trüben Verletzungssorgen.

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Hertha BSC Markus Babbel freut sich über den Finaleinzug von Kaka mit Braga - doch gegen Aue hätte er den Leihspieler gern zurück.
Hertha BSC Markus Babbel freut sich über den Finaleinzug von Kaka mit Braga - doch gegen Aue hätte er den Leihspieler gern zurück.Foto: dapd

Berlin - Hertha BSC kommt in diesen Tagen und Wochen gar nicht raus aus den guten Nachrichten. Die Mannschaft hat den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga bereits sicher, das letzte Saisonspiel in einer Woche gegen Augsburg werden 77 116 Zuschauer sehen, weil am Marathontor eine Zusatztribüne aufgebaut wird und auch die Treppenstufen darunter erstmals besetzt sein werden, mit Jugendspielern von Hertha, Trainern, Mitarbeitern und Volunteers. Doch damit nicht genug: Der Klub ist am Donnerstagabend auch ein bisschen ins Finale der Europa League eingezogen. Der Brasilianer Kaka, ausgeliehen an den portugiesischen Erstligisten SC Braga, hat durch einen Sieg gegen Benfica Lissabon das Endspiel von Dublin erreicht. Immerhin sechs Minuten durfte der Innenverteidiger an diesem Erfolg mitwirken.

Mit der Ausleihe habe man alles richtig gemacht, findet Hertha-Trainer Markus Babbel. Kaka hat in Braga die Spielpraxis bekommen, die ihm in Berlin wohl nicht zuteil geworden wäre. Und vielleicht profitiert Hertha sogar noch davon, falls der Brasilianer tatsächlich im Sommer zurückkommt, um seinen Vertrag (bis 2012) zu erfüllen. Doch das liegt nicht in der Hand der Berliner. Die Portugiesen besitzen eine Kaufoption für den 29-Jährigen, „wenn sie die ziehen, ist er weg“, sagt Babbel. Sollte Braga hingegen auf eine Verpflichtung verzichten, könnte Kaka der Innenverteidiger sein, den die Berliner zur Ergänzung ihres Kaders für die Bundesliga noch suchen.

Bedarf hätte Babbel schon jetzt. Vor dem Auswärtsspiel am Sonntag bei Erzgebirge Aue plagt sich Herthas Trainer mit einigen Personalproblemen. Pierre-Michel Lasogga und Raffael fallen wegen ihrer Gelbsperren aus; fraglich ist neben Peter Niemeyer (Risswunde an der Wade) und Patrick Ebert (Pferdekuss) auch Innenverteidiger Roman Hubnik (Grippe). „Es sieht bei allen Drei nicht gut aus“, sagt Babbel. Die möglichen Ausfälle sollen Hertha aber nicht davon abhalten, das letzte Ziel, den Titel des Zweitligameisters, perfekt zu machen. Ein Punkt reicht dazu gegen die Auer, die nur noch eine theoretische Chance auf den Relegationsplatz haben. Herthas Trainer fordert von seinen Spielern, „sich noch mal zu besinnen“, auch, wenn ein schwerer Brocken auf sie warte. „Das ist eine Mannschaft, die brennt“, sagt Babbel. „Da müssen wir alles abrufen, was möglich ist. Sonst fressen die uns auf.“

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