Sport : Hertha will endlich wieder ins Pokalfinale

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Der Gewinn des DFB-Pokals ist für einen Fußball-Bundesligisten der leichteste Weg zum Erfolg. Das glaubt zumindest Andreas Neuendorf, Mittelfeldspieler von Hertha BSC: „Wir brauchen nur sechs Siege, und schon haben wir einen Titel und sind außerdem im nächsten Jahr international dabei.“ Tatsächlich benötigt ein Verein für den Gewinn des DFB-Pokals im Vergleich zur deutschen Meisterschaft und dem Uefa-Pokal die wenigsten Spiele. „Das ist der eine Grund, warum es der wichtigste Wettbewerb für mich ist“, sagt Neuendorf. Der zweite ist, „dass die ganze Stadt schon eine Woche vor dem Pokalfinale im Olympiastadion immer voll mit Menschen ist. Überall spürt man die Vorfreude auf das Finale. Und wir sind nie dabei.“ Herthas Trainer Falko Götz formuliert es so: „Wir wollen nach Berlin.“ Dafür braucht Hertha heute im Olympiastadion erst einmal einen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach (19.30 Uhr). „Wir wollen Pokalfieber in der Stadt auslösen“, sagt Götz. Noch kann davon nämlich keine Rede sein: Gegen Mönchengladbach werden nur 25000 Zuschauer erwartet.

Besonders viele Berliner glauben wohl nicht an einen Erfolg Herthas. Aus leidiger Erfahrung. Seit 1985, seitdem das Endspiel in Berlin ausgetragen wird, schafften es Herthas Profis nur einmal ins Viertelfinale. Im Finale standen die Berliner zuletzt 1979. Trotzdem haben einige Berliner Endspielerfahrung. Niko Kovac mit den Bayern, Christian Fiedler mit Herthas Amateuren, Yildiray Bastürk mit Leverkusen, aber auch Thorben Marx. Vor elf Jahren stand er im Finale des DFB-Pokals. „Die Atmosphäre, die da auf einen wirkt, ist überwältigend“, sagt er. Marx war 1994 Balljunge im Finale zwischen Werder Bremen und Rot- Weiss Essen.

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