Herthas Abstiegskampf : Das große Gefühl

Es heißt noch einmal Hoffen und Daumen drücken und vielleicht dabei sein, im Familienblock, auf der Gegengeraden oder in der Ostkurve. <i>Michael Rosentritt</i> über Herthas nächstes Endspiel.

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Bei Hertha gibt es heute noch einmal alles zu sehen: eine volle Ostkurve, ein letztes wie hoffentlich grandioses Aufbäumen der blau-weißen Mannschaft und vielleicht sogar ein letztes Mal das schöne Gefühl, dass doch noch nicht alles aus ist mit dem großen Fußball und Berlin. Heute empfängt Hertha im vollen Olympiastadion Borussia Dortmund.

Es gastiert ein traditionsreicher Fußballklub mit wechselhafter Geschichte. Die Dortmunder waren doch die, die ein paar Jahre vor Hertha mit Geld nur so um sich warfen und damit – übrigens im Unterschied zu Hertha – zwischenzeitlich auch erfolgreich waren. Sie wurden Meister und Weltpokalsieger. Und beinahe wäre der BVB daran zerbrochen. Bis das Duo Sammer/Lattek den Klub vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit bewahrte. Zu der Geschichte gehört aber auch, dass die Dortmunder kurz darauf den Titel holten.

An diesem Wochenende zählt in Berlin nur Hertha

Was das für eine Rolle spielt? Vielleicht wird Hertha den eigenen Absturz nicht mehr abwenden können, zu schwer wiegt die Last der Hinrunde, aber man kann danach wiederkommen, gern auch als Meister der Zweiten Liga. Doch das ist noch schwieriger als oben zu bleiben. Deshalb heißt es noch einmal Hoffen und Daumen drücken und vielleicht dabei sein, im Familienblock, auf der Gegengeraden oder in der Ostkurve. Wenn Hertha in dieser missratenen Saison einen Sieg nötig gehabt hat, dann heute, dann jetzt.

An diesem Wochenende zählt in Berlin nur Hertha. Der Halbmarathon kommt auch nächstes Jahr wieder. Ob das aber auf den großen Fußball zutrifft, ist so sicher nicht. Deshalb heißt es heute: Auf ins Olympiastadion! Denn heute gibt es noch einmal alles zu sehen. Vielleicht sogar das ganz große Gefühl.

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