Herthas Adrian Ramos : Zurück vom Arbeitsurlaub

Nach der Copa America ist Adrian Ramos wieder bei Hertha. Mit seinen Toren will der Aufsteiger den Klassenerhalt sichern - doch in der Bundesliga wird Ramos nicht so viel Chancen bekommen wie in Liga zwei.

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Gruß nach oben. Adrian Ramos im Dress von Kolumbien.
Gruß nach oben. Adrian Ramos im Dress von Kolumbien.Foto: AFP

Dass es mit dem Urlaub nichts werden würde, war Adrian Ramos vorher klar. Er hat trotzdem bei seinem Arbeitgeber Hertha BSC nachgefragt, ob er nicht nach dem Ausscheiden seiner kolumbianischen Nationalmannschaft im Halbfinale der Copa America in Argentinien ein paar Tage pausieren darf. „Natürlich war die Antwort nein“, sagt er.

Jetzt also ist Adrian Ramos seit Mittwochabend in Bad Waltersdorf und hat die Chance, die letzte Phase der Saisonvorbereitung des Bundesliga-Aufsteigers mitzugestalten. Seine Gefühle sind eine Mischung aus Freude und Frust, was selbstverständlich nicht am Waltersdorfer Wetter liegt, das sich als Melange aus knallender Sonne und plötzlichem Platzregen präsentiert. Bei der Copa hätte er nach dem guten Start gern mehr erreicht. Aber, sagt der 25 Jährige lächelnd, „jetzt lerne ich meine neuen Kollegen bei Hertha noch rechtzeitig kennen“. Gut so. Denn nicht gänzlich unaufgeregt haben sie bei Hertha gehofft, dass Ramos auch schnell aus Südamerika zurückkommt.

In einer Mannschaft ohne ganz große Stars ist der oft staksig wirkende Kolumbianer Herthas Mann für geniale Momente und schöne Tore. Was er kann, hat er schon in seinem ersten Berliner Jahr gezeigt. Zehn Treffer gelangen ihm in Herthas Abstiegssaison 2009/2010. „Da waren meine Erfahrungen mit der Bundesliga und Hertha eigentlich sehr gut“, sagt Ramos. „Nur das Ende der Saison hat gar nicht gepasst.“ Nach Herthas Zweitliga-Zwischenspiel könne Ramos nun wieder da spielen, wo er unbedingt spielen wolle, sagt Herthas Manager Michael Preetz. Vielleicht auch auf lange Sicht, schließlich hat Ramos seinen bis 2012 laufenden Vertrag bis 2015 verlängert. Ein Ziel für diese Zeit hat er auch schon. „Ich denke, dass wir alle hier mal Meister werden wollen“, sagt Ramos.

Gewollt werden muss erst einmal was anderes. Klassenerhalt, dann etablieren. Tore von Ramos könnten dabei helfen. Denn es ist klar, dass Hertha in der Bundesliga nicht die Zahl an Chancen bekommen wird wie in Liga zwei.

Doch Ramos ist in seiner Entwicklung sehr weit, glaubt Markus Babbel: „Bei der Copa hat er sehr gut nach hinten gearbeitet und Chancen erarbeitet.“ Der anspruchsvolle Arbeitsurlaub in Argentinien war viel wert, glaubt Ramos. „Ich habe in jedem Spiel dazugelernt.“ Er werde Hertha nun weiterhelfen können, am Sonnabend im Testspiel gegen den tschechischen Erstligisten Sigma Olmütz und dann zum Bundesliga-Start in gut zwei Wochen. „Adrian ist sehr fit“, sagt Babbel. „Das habe ich schon im ersten Training gesehen.“ Kein Wunder, schließlich hat sich Ramos in Argentinien genauso wenig ausruhen können wie seine Berliner Teamkollegen in der Steiermark im Trainingslager.

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