Sport : Herthas Gilberto soll erst heute in Berlin eintreffen

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Da hatte Hertha BSC seinem verletzten Mittelfeldspieler Gilberto schon erlaubt, mitten in der Saison in seine Heimat Brasilien zu fliegen und dann kommt der 29-Jährige einfach nicht zurück. „Gilberto kommt wahrscheinlich am Dienstag“, hatte Dieter Hoeneß am Samstag gesagt. Gestern sagte Herthas Manager: „Gilberto kommt morgen.“ Eigentlich hätte der Brasilianer bereits am Mittwoch der vergangenen Woche in Berlin eintreffen sollen. „Ich habe private Probleme“, sagte Gilberto der „Bild“. Die Boulevardzeitung berichtet, dass es Gilbertos Familie in Deutschland nicht gefallen würde.

Wäre Gilberto vor sieben Tagen bereits zurückgekehrt, dann wäre der Plan der Funktionäre des Fußball-Bundesligisten vielleicht aufgegangen. Sie wollten die Reise des Brasilianers vor der Mannschaft geheim halten, um keinen Spieler zur Nachahmung zu ermutigen. Das wird aus Vereinskreisen bestätigt: „Sonst würde am Ende jeder Spieler, der nicht aus Deutschland kommt, wegen jeder noch so kleinen Verletzung nach Hause fliegen wollen.“ Gilberto hat allerdings keine kleine Verletzung: Das Syndesmoseband, welches Schien- und Wadenbein verbindet, ist angerissen.

Im Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld vor zwei Wochen war Gilberto umgeknickt. Am Dienstag darauf hatte Herthas Vereinsarzt Ulrich Schleicher den Anriss des Syndesmosebandes diagnostiziert und eine Operation vorgeschlagen. Diese lehnte der Brasilianer ab und bat den Klub darum, nach Hause fliegen zu dürfen. Dort ließ er sich vom Arzt der brasilianischen Nationalmannschaft beraten, der ihm eine konservative Behandlung vorschlug. So trägt Gilberto jetzt einen Spezialschuh, der die Belastung minimieren soll. Der Stammspieler der brasilianischen Nationalmannschaft will eine Operation unbedingt vermeiden, um seinen Einsatz bei der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr nicht zu gefährden.

Hertha wird ihn erst einmal nicht einsetzen können. „Er wird frühestens in drei bis vier Wochen wieder mit dem Training beginnen“, sagt Ulrich Schleicher.

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