Herthas Kapitän : Niemeyer fällt gegen Regensburg aus

Im Trainingslager war nur von einer kurzen Pause die Rede. Doch die Zehenverletzung, die sich Peter Niemeyer in einem Testspiel zuzog, ist nun doch so schwer, dass Herthas Kapitän beim Zweitliga-Start in Regensburg ausfällt.

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Ab in die Reha. Peter Niemeyer schmerzen zwei Zehen des rechten Fußes. Foto: nordphoto
Ab in die Reha. Peter Niemeyer schmerzen zwei Zehen des rechten Fußes.Foto: nordphoto

Dass Peter Niemeyer am Donnerstag keine Lauf-, sondern Fußballschuhe trug, war ein gutes Zeichen. Sie symbolisierten: Der Kapitän von Hertha BSC stellt sich dem Belastungstest und will voll mittrainieren. Doch nach 40 Minuten und dem ersten Feindkontakt auf dem Übungsgelände wurde Niemeyer bei seinem Trainer vorstellig: „Es geht nicht“, teilte er Jos Luhukay mit, und für den Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten endeten damit neun Tage der Ungewissheit, nachdem sich Niemeyer bei einem Testspiel gegen die U 23 von Bayern München zwei Zehen seines rechten Fußes geprellt hatte. „Jetzt ist es klar“, verkündete Luhukay nach dem Training. Peter Niemeyer fällt für den Ligastart der Berliner am Sonntag beim Tabellenletzten Regensburg aus.

Die Einheit am Donnerstag war für den Mittelfeldspieler so etwas wie die letzte Chance, seinen Platz in der Startelf doch noch zu behaupten. Luhukay hatte Niemeyer alle Türen offen gelassen. Im Trainingslager in der Türkei hatte Herthas Trainer gesagt, es reiche, wenn der Kapitän in Berlin wieder mittrainieren könne. Als er zu Wochenbeginn immer noch fehlte, wurde die Frist bis Donnerstag verlängert, schließlich habe Niemeyer nicht allzu viel verpasst, sein Fitnesszustand sei also immer noch ausreichend gut.

Doch danach sah es auf dem Trainingsplatz nicht aus: Niemeyer wirkte bei den Spielformen etwas schwerfällig, Sprints, bei denen er sich mit dem Fuß hätte abdrücken müssen, schien er ebenso zu scheuen wie Zweikämpfe. Niemeyer: „Es ist bitter, es geht nicht, die Schmerzen sind noch zu groß.“

Die Geschichte erinnert ein bisschen an das vergangene Jahr. Auch da hatte sich Herthas Kapitän, damals Andre Mijatovic, im Trainingslager verletzt; auch da hieß es, es sei nicht weiter schlimm, Mijatovic werde bald wieder ins Training einsteigen. Am Ende fehlte der Kroate wegen Sprunggelenksproblemen mehrere Wochen. Bei allen Gemeinsamkeiten liegt der Fall diesmal grundlegend anders. Eine Zehenprellung ist im Grunde nicht dramatisch. Das Problem ist nur, dass sich schwer prognostizieren lässt, wann die Schmerzen nachlassen.

Jos Luhukay wollte sich noch nicht dazu äußern, wie er die Leerstelle in Herthas Startelf zu besetzen gedenkt. Marvin Knoll und Hany Mukhtar wären mögliche Kandidaten. Den erst 17 Jahre alten Mukhtar hat Luhukay in den Testspielen etwas überraschend auf der ungewohnten Position aufgeboten – und er hat es gar nicht schlecht gemacht. Nach den Eindrücken aus dem Trainingslager dürfe allerdings Lewan Kobiaschwili erster Anwärter auf Niemeyers Platz in der Doppelsechs sein.

Der 35 Jahre alte Georgier würde damit nach Ablauf seiner Rekordstrafe schneller wieder in die Startelf rücken als erwartet. „Ich fühle mich gut“, sagte Kobiaschwili. „Aber ich weiß, dass ich beim Spielrhythmus noch nicht bei 100 Prozent bin. Training und Testspiele sind das eine; ein Punktspiel ist noch einmal was ganz anderes.“

Grundsätzlich umorientieren muss sich derweil Daniel Beichler. Die Berliner haben ihn an den SV Sandhausen ausgeliehen. Da sein neuer Klub heute beim 1. FC Union spielt, hatte Beichler eine erste sehr kurze Anreise.

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