Herthas neue Lage : Die Zukunft ist zurück

Stefan Hermanns erklärt, wie Hertha BSC wieder konkurrenzfähig wurde.

Stefan Hermanns

Der Hauptstadtklub Hertha BSC erlebt gerade Tage, die die Gefahr des Größenwahns schon wieder in sich tragen: Hoffenheim geschlagen, mithin den Tabellenführer gestürzt, Platz fünf in der Bundesliga, endlich wieder das alte Hertha-Gefühl im vollen Olympiastadion – und jetzt kommt auch noch der finanzielle Erfolg hinzu: Hertha hat das Geschäftsjahr 2007/08 mit mehr als doppelt so hohem Gewinn abgeschlossen wie der FC Bayern München.

Dafür gibt es Gründe: zum einen das überaus dürftige Ergebnis der Bayern, zum anderen ein paar außerplanmäßige Einnahmen, die Hertha in der vorigen Saison verbuchen konnte, vor allem dank einer geschickten Transferpolitik. Allen Relativierungen zum Trotz ist die Bilanz durchaus erfreulich. Jahrelang hat Hertha nur von der Hand in den Mund gelebt, dem Verein wurde – nicht zu Unrecht – vorgehalten, er habe seine Zukunft verkauft. Jetzt hat er wenigstens wieder eine.

So viel Zukunft war bei Hertha lange nicht, sowohl finanziell als auch sportlich. Die wirtschaftliche Situation steht gesundem Wachstum zumindest nicht mehr im Wege, die meisten Spieler sind jung und wohl auch entwicklungsfähig, und der Trainer hält weiterhin an seinem Ziel fest, in den nächsten anderthalb Jahren eine Mannschaft aufzubauen, die mit den Besten der Liga mithalten kann. Das Ziel bleibt ehrgeizig, denn Hertha ist bei Weitem nicht der einzige Verein in Deutschland, der solide wirtschaftet und Gewinne erzielt. Im Geld schwimmen die Berliner nicht, sie haben nur ihre Konkurrenzfähigkeit wiederhergestellt. Der Größenwahn muss noch ein bisschen warten.

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