Sport : Herthas Neuer

Ilija Aracic kehrt zu seinem alten Verein zurück – als Mitglied

André Görke

Das war ja zu befürchten! Kaum haben die Fußballprofis von Hertha BSC bekannt gegeben, dass sie 300 000 Euro zusammenlegen, um damit ihren Fans die Busfahrten und Tickets zu den acht Auswärtsspielen zu spendieren – da wächst die Fangemeinde der Berliner an. Ganz plötzlich. Neuestes Mitglied: Ilija Aracic.

Die Geschichte wäre nicht so schön, wenn Ilija Aracic nicht einmal selbst mit Hertha in der Champions League gespielt hätte. Zwei Jahre stand der Stürmer bei den Berlinern unter Vertrag, in seinen 26 Bundesligaspielen schoss er sechs Tore – zwei davon gleich im ersten Spiel gegen Borussia Dortmund. „Hertha war meine schönste Zeit“, sagt er heute. Aber wird man deshalb gleich Mitglied bei seinem ehemaligen Arbeitgeber?

Den Vorwurf, er wolle nur kostenlose Auswärtsfahrten schmarotzen, räumt Aracic aus dem Weg. „Ich nehme keinem Fan den Sitzplatz im Bus weg, versprochen.“ Mitglied sei er geworden, weil der Kontakt zu alten Kollegen nie abgerissen sei. Gabor Kiraly – „ein Kumpel.“ Artur Wichniarek – „den kenne ich noch aus Bielefeld.“ Und Josip Simunic – „der ist Taufpate meines Sohnes.“

Vergleichen dürfe man das Team von 1999 nicht mit dem von heute. Das liegt an dem gewissen Unterschied, dass „wir eine Mannschaft waren“. Keine Stars, aber Typen.

Nachdem Aracic, 33, seine Karriere wegen eines Knorpelschadens bei Arminia Bielefeld im vergangenen Sommer beenden musste, schaut er sich Spiele nur noch von der Tribüne aus an. Das letzte war das zwischen Hertha und Schalke 04; Endstand 1:3. „Dabei hat die Mannschaft Potenzial, tolle Spieler, aber irgendetwas hakt bei denen im Kopf.“ Im Offensivbereich könnte sich etwas tun, das hat auch Manager Hoeneß angekündigt – „aber ich bin’s nicht“, sagt Aracic. In Bremen, bei Herthas erstem Auswärtsspiel, ist er vielleicht dabei. Mit dem Fanbus? „Nee, mit dem Auto, über die Landstraße.“ Ein echter Fan!

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