Herthas Probleme mit den Kopfbällen : John Anthony Brooks: Zurück in den Luftraum

Zuletzt bekam John Anthony Brooks nur Spielpraxis in der zweiten Mannschaft. Nun will er wieder spielen, um Herthas Kopfballprobleme zu lösen.

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Mann mit Köpfchen. Brooks (l.) beim Regionalliga-Spiel mit Herthas U23 in Magdeburg am 3. November.
Mann mit Köpfchen. Brooks (l.) beim Regionalliga-Spiel mit Herthas U23 in Magdeburg am 3. November.Foto: Imago.

John Anthony Brooks nimmt sich nach dem Training gerne noch ein bisschen Zeit. Für die jungen Mitspieler von Hertha BSC etwa, mit denen der Verteidiger in kleiner Runde oft noch den Ball und die Stimmung hochhält. Oder für einen Plausch mit Fans und Bekannten. Manchmal wirkt es, als wolle Brooks nur warten, bis die Reporter am Platz verschwunden sind. Wenn sie bleiben, dann eilt er mit staksigen Schritten schnurstracks an ihnen vorbei Richtung Kabine.

Das geht schon seit einiger Zeit so, nicht erst in den drei Wochen, in denen er nach seiner Armverletzung wieder mit der Mannschaft trainiert. Brooks will angeblich erst wieder sprechen, wenn er wieder im Kader steht, Genaues weiß man nicht, er spricht ja nicht.

Dabei wird über ihn gesprochen oder zumindest schien es so, als Trainer Jos Luhukay nach der 0:2-Niederlage zuletzt gegen Schalke klagte, Hertha fehlten die großen, kopfballstarken Spieler. Es klang als spräche er über Spieler wie den 1,93 Meter großen Brooks, der seit anderthalb Monaten im Hertha-Luftraum fehlt. So einen wie Brooks könnte Hertha gut gebrauchen, schon nächsten Samstag im Spiel bei Hoffenheim. „Ich warte die Trainingseindrücke aus dieser Woche ab“, sagt Luhukay zurückhaltend.

Zu Saisonbeginn war Brooks noch so etwas wie das frische Gesicht des Hertha-Aufschwungs. Im ersten Bundesligaspiel erzielte er sein erstes Bundesligator, der Stammplatz schien nach einer starken Zweitligasaison sicher und zwei Nationalteams rissen sich um den Deutsch-Amerikaner, die hiesige U 21 und die Auswahl der USA. Ständig gab es Nachfragen, für wen er denn nun spielen wolle. Im August gab Brooks sein Debüt im Team von Jürgen Klinsmann und träumte von der WM. Doch die vielen Schlagzeilen waren wohl etwas zu viel für den 20-Jährigen.

Dazu kamen sportliche Probleme, Brooks verschuldete einen Elfmeter in Wolfsburg und mit einem Fehlpass ein Gegentor in Freiburg. „Er zahlt Lehrgeld“, sagte Luhukay, „in sechs Wochen hat er mehr Fehler gemacht als in der gesamten letzten Saison.“ Seit der Kritik spielte Brooks nicht mehr, aus gesundheitlichen Gründen. Er hatte sich die Speiche im rechten Ellenbogen angebrochen, dazu einen Muskeleinriss im Unterarm erlitten. Nun wartet er stumm auf die Rückkehr ins Team, holte sich zuletzt zweimal Spielpraxis in der zweiten Mannschaft. „Er hatte im Training noch Angst in den Zweikämpfen“, sagt Luhukay. Er will dem Spieler Zeit lassen. Brooks hat es sicher eiliger – auch wenn er dann irgendwann wieder reden müsste.

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