Herthas Ronny : Selbstschutz vor der Schmerzgrenze

Hertha will ohne Ronny in Dortmund bestehen. Trainer Luhukay sagt, er wisse nicht, ob der Brasilianer auf hohem Tempo seine Qualitäten ausspielen kann.

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Hat jemand ein Tempo? Für Ronny könnte das Dortmund-Spiel zu schnell sein. 
Hat jemand ein Tempo? Für Ronny könnte das Dortmund-Spiel zu schnell sein. Foto: dpa

Jos Luhukay versuchte es mit einem Witz. Gerade war der Trainer gefragt worden, ob Lewan Kobiaschwili einen pfeilschnellen Gegenspieler wie Pierre-Emerick Aubameyang stoppen könne, wenn Hertha BSC am Samstag bei Borussia Dortmund antritt. „Vielleicht holt Kobi noch ein paar Prozent raus und wird noch schneller, als er war“, sagte Luhukay und lachte. Dass Kobiaschwili mit 36 Jahren in seiner letzten Profisaison noch einmal zum Sprintwunder wird, das glaubte der Trainer selbst nicht ernsthaft.

Aber es zeigt die Herausforderungen, die am Samstag aus Hertha zugerast kommen werden. Neben Aubameyang hätten die Dortmunder ja noch Blaszczykowski, Reus, Lewandowski und Mchitarjan, die nicht minder mit Tempo die Tiefe des Raumes suchten, erinnerte Luhukay. Dazu die Laufstärke. „Das Dortmunder Mittelfeld ist eine Maschine, die laufen alle 12,13 Kilometer im Schnitt“, sagte er, im letzten Hinrundenspiel der Berliner „wird es für alle darauf ankommen, ob du noch einmal über die Schmerzgrenze gehen kannst.“

Nicht unbedingt eine Stärke von Ronny. „Ich weiß nicht, ob ich Ronny das antun soll und ob er auf diesem Tempo seinen Qualitäten zeigen kann“, sagte Luhukay. Klingt eher so, als ob der Brasilianer nach zuletzt zwei überzeugenden Spielen, „in denen er uns viel Freude bereitet hat“, wieder auf die Bank muss, zum Selbstschutz sozusagen. Ebenso überlegt Luhukay, Nico Schulz nicht wieder als Linksverteidiger zu nominieren. „Er hat seine Stärken in der Offensive und wir werden viel verteidigen müssen“, sagte er. Klingt nach Kobiaschwili.

Denn Johannes van den Bergh fällt weiter mit einer Oberschenkelverhärtung aus. Die Defensivkräfte John Anthony Brooks und Fabian Holland werden mit einer Grippe ebenso fehlen. Doch auch Dortmund hatte zuletzt Abwehrsorgen, dort fallen Hummels, Subotic, Bender und Gündogan wohl alle weiter aus. Aber um das auszunutzen „müssen wir erst einmal vor ihr Tor kommen“, gab Luhukay zu bedenken. Ohnehin seien 25 Punkte in der Hinrunde jetzt schon „eine sehr gute Marke“, Platz sieben sei „für uns eigentlich schon das Maximum“, fand der Trainer, wenn noch weitere Punkte in Dortmund hinzukämen „wäre das etwas Sensationelles“. Fast so sensationell, wie ein Geschwindigkeitszuwachs bei Kobiaschwili.

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