Herthas Taktik : Teofanis Gekas: Der Schleicher und seine Art

Wie kann der griechische Neuzugang Hertha helfen? Taktikexperte Mathias Klappenbach erklärt, wie sich das Team von Trainer Friedhelm Funkel auf Teofanis Gekas einstellen muss.

Mathias Klappenbach

Wenn Theofanis Gekas mal für ein paar Minuten bei Bayer Leverkusen eingewechselt wurde, war schnell zu erkennen, dass er nicht zu Bayers Kombinationsfußball passt. Bekam er im Mittelfeld den Ball, gab er ihn schnell zum nächsten Mittelfeldspieler weiter und machte sich auf den Weg in den Strafraum. Dort ist er wertvoll, der Grieche; er ist ein Stürmer, von dem es nachher in den Spielberichten heißt, er sei „zur Stelle“ gewesen.

Noch wertvoller ist der arbeitsame Angreifer aber bei schnellen Gegenangriffen, zu denen der meist überlegene Tabellenführer Leverkusen nicht so oft kommt. Gekas ist nicht mehr zu stoppen, wenn er in hohem Tempo den Ball mitnimmt und zuverlässig vollendet. So ist er 2007 beim VfL Bochum Torschützenkönig geworden und hat das Team vor dem Abstieg bewahrt, obwohl er ligaweit die wenigsten Zweikämpfe gewann, die wenigsten Ballkontakte hatte und am häufigsten im Abseits stand. Er kann auch köpfen, aber die Grenze zum Abseits ist so etwas wie der natürliche Lebensraum des kleinen Stürmers Gekas, und hier wird er auch die Berliner Fans zur Verzweiflung bringen – sei es, dass sie sauer auf ihn wegen seiner ewigen Abseitsstellungen sind oder auf den Schiedsrichter wegen vermeintlicher Fehlentscheidungen. Tatsächlich ist der Schleicher Gekas oft auch für den Linienrichter zu geschickt, der zu Unrecht die Fahne hebt.

Gekas ist nur gut, wenn er so spielen darf. Deshalb wird entscheidend sein, wie sich Herthas Mannschaft auf Gekas’ Art einstellen wird. Das gilt speziell für die anderen Offensivspieler wie Adrian Ramos.

Menschen, die ihn gut kennen, sagen, dass Gekas ein ruhiges und familiäres Umfeld benötigt. Das hat er in Berlin nicht. Aber auch im fremden Bochum hat er sich schnell integriert, obwohl er kein Deutsch lernte. Weil sich sein Team fußballerisch auf Gekas einstellte. Gelohnt hat es sich.

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