Herthas Verteidiger : Christoph Janker und die unentdeckten Verletzungen

Herthas Verteidiger Christoph Janker plagt sich immer wieder mit Verletzungen. Zum Teil wurden die Ursachen über Monate nicht entdeckt. Doch nun ist endlich Besserung in Sicht.

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Wieder am Ball. Christoph Janker genießt es, wieder dabei zu sein.
Wieder am Ball. Christoph Janker genießt es, wieder dabei zu sein.Foto: City-Press GbR

Christoph Janker hat in den vergangenen Monaten eine Menge über den menschlichen Körper und seine Struktur gelernt. „Wie das alles zusammenspielt, das ist schon verrückt“, sagt er. Es ist ein bisschen wie bei einer Fußballmannschaft: Viele Gegentore sind nicht unbedingt auf Versäumnisse der Abwehr zurückzuführen; es könnte auch der mangelnden Defensivarbeit des Angriffs geschuldet sein. Und wenn man höllische Schmerzen am Schambein hat, liegt die Ursache möglicherweise ganz woanders. So war es jedenfalls bei Christoph Janker. Dummerweise ist das über Monate nicht entdeckt worden.

Wenn der Verteidiger von Hertha BSC über seine Zeit des Leidens redet, fallen häufig Worte wie „Wahnsinn“, „irre“ oder „verrückt“. Und genau das ist auch seine Geschichte: Wahnsinn! Irre! Verrückt! Vor gut einem Jahr hatte sich Janker im Spiel gegen den HSV das Jochbein gebrochen; dass nach dem Zusammenprall mit Hamburgs Torhüter Jaroslav Drobny auch der Halswirbel blockiert war, hatte allerdings niemand bemerkt. Heute weiß Christoph Janker, dass darauf wohl alles zurückzuführen ist. Der Leistenbruch, die Schmerzen – und vor allem die Ungewissheit. Im Sommer nach seiner Leistenoperation war er noch von drei, vier Wochen Pause ausgegangen. Es wurden siebeneinhalb Monate.

Janker konnte nicht laufen, nicht gegen den Ball treten, ohne dass ein schriller Schmerz durch seinen Körper zuckte. Selbst bei alltäglichen Dingen war es kaum auszuhalten: wenn er ins Auto stieg oder sich eine Hose anzog. Janker rannte von Arzt zu Arzt, alles Mögliche ließ er über sich ergehen – nur um nach drei Wochen Reha festzustellen: Es hat nicht das Geringste gebracht. Also: Neuer Arzt, neues Glück. Vier Mediziner konsultierte Janker, bis ihm ein Osteopath empfohlen wurde, der die Ursache des Übels auf den ersten Blick erkannte: Sein Becken stand schief, die Statik des gesamten Körpers stimmte nicht, selbst das Gewebe an der Operationsnarbe verbreitete schlechte Schwingungen. „Das war eigentlich das Irrste überhaupt“, sagt Janker.

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Nachdem fünf Monate so gut wie gar nichts gegangen war, brauchte der Osteopath gerade zwei Tage, um Fortschritte zu erzielen. Für Jankers Psyche ging das fast ein bisschen zu schnell. Als er zum ersten Mal gegen einen Ball treten sollte, war er „vom Schmerz noch so manipuliert, dass ich schon Angst hatte, bevor ich den Ball überhaupt berührt habe“. Doch es kam: nichts. Der Schmerz war weg.

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