Sport : Herthas Wechselspiele

Auch in Bochum muss Stevens wieder improvisieren

André Görke

Die Nachricht klang spektakulär: „Feuer im Bochumer Kabinentrakt – Hertha muss sich in der Turnhalle neben dem Stadion umziehen.“ Wenn der Berliner Fußball-Bundesligist heute beim VfL Bochum (17.30 Uhr) antritt, müssen sich die Spieler von Hertha BSC in der Rundsporthalle neben dem Stadion umziehen. Trainer Huub Stevens wird sich so seine Gedanken gemacht haben. Ein normaler Arbeitstag, ganz ohne Stress – das wäre doch mal was.

Seitdem er seinen Job in Berlin angetreten hat, ist keine Woche vergangen, in der Stevens vor einem Fußballspiel normale Arbeitsbedingungen vorgefunden hat. Natürlich geht es nicht um den Brand. Stevens meint etwas anderes. „Ich würde gerne einmal in zwei, drei Spielen mit bestimmten Namen spielen.“ Seitdem er Trainer in Berlin ist, hat er nie an zwei Spieltagen hintereinander dieselbe Mannschaft spielen lassen. 26 Profis kamen unter ihm zum Einsatz, ständig ist einer seiner Profis verletzt. „Die Eingespieltheit, die Automatismen – das ist doch wichtig“, sagt Stevens.

Die letzten Tage waren hart. Am Donnerstag spielte Hertha im Europapokal auf Zypern. Nach dem Spiel flog die Mannschaft sofort nach Berlin zurück. Am Freitag ließ Stevens seine Spieler ein wenig laufen, am Sonnabend ging es schon wieder ins Flugzeug, ins Ruhrgebiet. „Training ist jetzt nicht so wichtig“, sagt Stevens. „Die Spieler sollen sich ausruhen, sie sollen schlafen und sich ordentlich ernähren.“ Die Mahlzeiten im Fluzgzeug gelten nicht unbedingt als gesund. Und erholsam ist so ein Vierstundenflug auch nicht.

Abwehrchef Dick van Burik hat sich abgemeldet. Er hat sich eine Grippe eingefangen. Passen muss auch Marko Rehmer (Migräne). Ausfallen wird auch Andreas Neuendorf, der sich mit Leistenproblemen plagt. Josip Simunic immerhin hat nach seiner Bänderverletzung mit dem Lauftraining begonnen. Aber: „Er braucht Zeit“, sagt Stevens. „Ich hoffe, dass er in zwei, drei Wochen ins Mannschaftstraining einsteigen kann.“

Nicht mitgereist sind auch Denis Lapaczinski und Alex Alves. Der Brasilianer klagte über Schmerzen unterhalb des linkes Knies. Für ihn könnte Michael Preetz oder Luizao spielen. „Vielleicht muss ich hinten auch mit Andreas Schmidt spielen.“ Der ist nach seiner Operation an der Schulter erst vor wenigen Wochen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Bei Manndecker Nené dagegen, sagt Stevens, müsse man sehen, wie er sein erstes Spiel nach seinem Muskelfaserriss verkraftet habe. Nené hat auf Zypern durchgehalten. Trotz eines Risses des Trommelfells wird wohl auch Stefan Beinlich spielen. Der Brand in der Bochumer Kabine ist das kleinste Problem.

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