HERTHAS MITGLIEDERVERSAMMLUNG : Von Folklore bis Feintuning

Werner Gegenbauer hatte im ICC viele Hände zu schütteln. Als Präsident von Hertha BSC führte er am Montagabend auf der Mitgliederversammlung zupackend durch den Programmpunkt drei, der die Ehrung verdienter Mitglieder vorsah. Etwa die U-17- Mannschaft für den Gewinn der deutschen Meisterschaft oder Jörg Thomas, das langjährige Präsidiumsmitglied, der im Mai noch abgewählt worden war und nun mit dem Goldenen Ehrenring ausgezeichnet wurde.

Ein bisschen Folklore gehört traditionell zu Veranstaltungen dieser Art. Dieses Mal waren 1063 stimmberechtigte Mitglieder anwesend, heikle Themen wie Wahlen von Gremien standen nicht an. Zumal es unter Trainer Jos Luhukay sportlich für die Profimannschaft gut läuft. „Jos Luhukay war unsere wichtigste Verpflichtung“, sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz und erinnerte an das Saisonziel Wiederaufstieg. Nach 15 Spieltagen in der Zweiten Liga habe man noch nichts erreicht, aber gemessen an dem, wo man nach im Abstieg im Mai gestanden hat, sei man im Soll und daher zufrieden. Preetz: „Wir sind auf einem richtig guten Weg.“

Wirtschaftlich aber läuft es gar nicht gut. So hat Hertha im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 einen hohen Verlust eingefahren (siehe Beitrag oben). Auch deshalb steht den Amateursektionen des Vereins sehr viel weniger Geld zur Verfügung. Die Boxabteilung musste ihren Ligabetrieb sogar einstellen.

Bernd Schiphorst streute als Aufsichtsratsvorsitzender ein wenig Lob in den Abend, insbesondere für das zurückliegende halbe Jahr, in dem sich der aufgewühlte Verein beruhigt habe. Allerdings mahnte er ein „Feintuning“ der Vereinsstrukturen und der KG an, in der der Profifußball organisiert ist. „Ein möglicher Aufstieg wäre nur ein Etappenziel, wir müssen wieder etabliertes Mitglied der Bundesliga werden, das wir mal waren“, sagte Schiphorst. miro

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