Sport : Herzversagen beim Waldlauf

KARSTEN DONECK

Seine Kontakte nach Berlin sind nie ganz abgerissen.Als er im November 1990 mitten in der Saison gehen mußte, weil bei Hertha BSC zu diesem Zeitpunkt nichts mehr ging, passierte etwas höchst Verwunderliches: Während vom Erfolg verlassene Trainer oft genug mit Häme und Spott aus ihren Vereinen davongejagt werden, wurde Werner Fuchs mit ungeahnter Herzlichkeit und ein bißchen Bedauern verabschiedet.Der Fußball-Lehrer mit Wohnsitz in Aachen, ganz und gar der Kumpeltyp, der mit Engelsgeduld auch mal stundenlang den Fans oder Journalisten seine Fußballstrategien erläuterte, erfreute sich während seiner knapp zweijährigen Amtszeit bei den Herthanern großer Sympathien.Und er gewann dank seiner offenen Art viele Freunde.Sie alle werden nun trauern: Gestern verstarb Werner Fuchs im Alter von 50 Jahren an Herzversagen.

Gemeinsam mit den Spielern von Alemannia Aachen, die dicht vor dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga stehen, war der Trainer morgens zum Waldlauf gestartet.Unterwegs bekam Fuchs Atembeschwerden und war plötzlich umgefallen.Auch eineinhalbstündige Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg.Als Todesursache wurde bei Werner Fuchs um 12.30 Uhr der Sekundentod festgestellt.Er hinterläßt Ehefrau Monika und Sohn Marco.

Werner Fuchs spielte in seiner aktiven Zeit unter anderem beim 1.FC Kaiserslautern, Hannover 96 und Preußen Münster.Als Trainer arbeitete der gebürtige Pfälzer später für den Wuppertaler SV, den VfB Oldenburg und Eintracht Braunschweig.Beim Traditionsklub Alemannia Aachen heuerte Fuchs am 29.August 1996 an.Drei Spieltage vor Saisonschluß sind die Aachener mit sechs Punkten Vorsprung Spitzenreiter der Regionalliga West/Südwest.

Den Höhepunkt in seiner Trainerlaufbahn erlebte Werner Fuchs jedoch bei Hertha BSC.Im Oktober 1988 hatte er das schwere Amt in Berlin angetreten.Mit einiger Skepsis beäugt, rettete er zunächst die Herthaner vor dem Abstieg in die Regionalliga.Nur ein Jahr später stieg er mit der Mannschaft in die Bundesliga auf.Fuchs war ein gefeierter Mann.Doch plötzlich riß seine Erfolgssträhne.Er wurde entlassen, und manch ein Präsidiumsmitglied der Herthaner traf diese Entscheidung nur schweren Herzens.Dennoch erinnerte sich Werner Fuchs, dessen Bruder Fritz beim Regionalligisten 1.FC Union als Trainer arbeitet, stets gerne an seine Arbeit in Berlin."Das war eine Superzeit", meinte er.Den Schmerz über seine Entlassung bei Hertha trug er mannhaft."Mensch, Fuchs, jetzt mußt Du wieder ganz von vorne anfangen", hat er sich damals gesagt.

Allzu große Illusionen machte sich Fuchs ohnehin nicht über seinen Beruf: "Es gibt in diesem Job immer mal Phasen, die sind halt nicht so schön." KARSTEN DONECK

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