HEUTE im WM-Quartier von Tagesspiegel und 11 Freunde : Völlers Locke im Museum

45 Grad im Schatten, stechende Schmerzen, doch Franz Beckenbauer spielt weiter. Denn es ist das Spiel, das später in die Geschichte eingehen wird als dramatischstes WM-Halbfinale aller Zeiten. Beckenbauer hat sich 1970 gegen Italien das Schlüsselbein gebrochen, doch er spielt durch. Und das dank einer Schulterbandage.

Dank eines Cognacs konnte der große Pelé treffen. Im WM-Finale 1958 ist der 17-Jährige derart nervös, dass ihm ein Glas Cognac zur Beruhigung gereicht wird. Das Finale gegen Schweden gewinnen die Brasilianer – Pelé schießt zwei Tore.

Es sind die kleinen Gegenstände, um die sich WM-Mythen ranken. Ein weiteres Beispiel: 2006 sorgen eine punktierte Puppe, blaurote Nadeln und eine gewachste Hühnerkralle für Vodoo-Zauber in der Kabine der ghanaischen Nationalmannschaft – so zumindest erklären sich viele Ghanaer den überraschenden Einzug ihres Teams ins Viertelfinale.

Mike Draegert hat den Blick gerichtet auf all diese vergessenen Exponate der Fußball-Geschichte. Im WM-Quartier von 11 Freunde und Tagesspiegel stellt er sie in einem Museum aus. Battistons Schneidezähne, Seelers Schnürsenkel oder Völlers Haarlocke. Die detailgetreue Rekonstruktion bringt die Atmosphäre des Aztekenstadions oder den Geist von Spiez in die Revaler Straße.

WM-Geschichte ist im Quartier hautnah erlebbar, nur ein paar Meter weiter kann man alles über die Historie lesen. Am Merchandising-Stand wird auch das 11Freunde-Sonderheft zur WM (inklusive Turnier-Planer für Euro 4,90) verkauft. Erst Museumsbesuch, dann Sonderheftlektüre – danach kann einem beim Betrachten der Spiele im Astra keiner mehr etwas vormachen. rul

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