Sport : Heute Tour-Verbot für Radprofis?

Mathias Klappenbach

Berlin - Es waren nur noch 24 Stunden bis zum Start der Tour de France, als im vergangenen Jahr die Favoriten auf den Sieg ausgeschlossen wurden. Ein Riesenskandal. In diesem Jahr sind es nur noch zweieinhalb Wochen bis zum Auftakt der Tour in London. Und der Skandal, der bis heute andauert, könnte in diesem Jahr wieder einen Zwischenhöhepunkt finden, wenn kurz vor dem Start erneut spektakulär Fahrern der Start verwehrt wird. Für die Bemühungen im Radsport, das Image schrittweise wieder zu verbessern und den Sport in den Vordergrund zu rücken, wäre das sicher abträglich.

Viele der mittelfristig um ihre Existenz bangenden Teams hätten lieber jetzt als etwa kurz vor dem Tourstart eine Namensliste mit allen Profis, gegen die in der Dopingaffäre „Operacion Puerto“ in Spanien ermittelt wurde. So könnten sie diese Fahrer streichen und auf eine an Dopingskandalen arme Tour hoffen. Doch es wäre eine Überraschung, wenn der Weltverband UCI heute eine solche Liste bei seiner groß angekündigten Pressekonferenz in Genf vorlegen würde. Offensichtlich sind die 6000 Seiten Ermittlungsakten noch nicht komplett ausgewertet worden.

Wenn es denn schon keine Namensliste gibt, so erhoffen sich die Teams der Pro Tour dennoch zumindest Aufschluss darüber, welches Mitglied ihrer Vereinigung sich an den eigenen Ethik-Code, nachdem des Dopings verdächtigte Fahrer nicht eingesetzt werden dürfen, hält und welches nicht. Mit diesen Erkenntnissen soll auf einer Versammlung nach dem Treffen mit Weltverband morgen über eventuelle Ausschlüsse aus der Teamvereinigung AIGCP beraten werden. Die Pro-Tour-Mannschaften besitzen ein Startrecht bei allen großen Radrennen. Wie solche Erkenntnisse ohne Namenslisten heute aber gewonnen werden sollen, ist unklar. Genauso unklar wie das, was der heutige Tag für den Radsport bedeutet. Mathias Klappenbach

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