Sport : Heynckes macht aus Steinen Erdöl

Vier Tage durften die Fußballer des FC Barcelona sich als die Helden von Liverpool feiern lassen, dann setzte Jupp Heynckes dem Zauber ein jähes Ende. Der deutsche Trainer bezwang die Katalanen, die sich nach ihrem 3:1-Sieg in der Champions League beim FC Liverpool schon als neues Dream Team wähnten, mit seiner Mannschaft von Athletic Bilbao in deren Stadion überraschend mit 2:1 (1:0). "Heynckes ist ein Typ, der selbst aus Steinen noch Erdöl gewinnt", titelte die Zeitung "El Mundo".

Für die 70 000 Fans im Stadion Camp Nou war es am Samstagabend im Punktspiel der Primera Division eigentlich nur darum gegangen, wie hoch Barcelona diesmal wohl gewinnen würde. In der vorigen Saison hatte Bilbao hier beim 0:7 die höchste Niederlage in seiner 102-jährigen Vereinsgeschichte bezogen. Zudem hatte Barcelona gerade erst ganz Europa mit seinem Kombinationsspiel und seinem Sieg an der Anfield Road in Verzückung versetzt.

Aber es sollte ganz anders kommen. Denn wenn sich jemand mit Dream Teams auskennt, dann ist das Heynckes. Das letzte Mal, dass Bilbao in Barcelona gewann, war noch zu Cruyffs Zeiten im Februar 1994. Auch damals saß Heynckes bei Bilbao auf der Bank. Diesmal griff Heynckes zu einem taktischen Kniff: Er setzte Manndecker auf Barcelonas Schaltstationen im Spiel nach vorn an. "Bilbao hat einfach gespielt, aber das dafür sehr gut", lobte Barcelonas Coach Carles Rexach.

Urzaiz brachte Bilbao früh durch einen Kopfball in Führung (10.). Das Spiel schien zu kippen, als Rexach nach 56 Minuten Rivaldo einwechselte und diesem keine 120 Sekunden später mit einem herrlichen Tor das 1:1 gelang. Bilbao verlor dann auch noch Lacruz durch einen Feldverweis, erzielte aber mit zehn Spielern durch Santiago Ezquerro (80.) nach einem Konter den Siegtreffer. Bei beiden Toren machte der Schwede Patrik Andersson, der im Sommer vom FC Bayern gekommen war, eine unglückliche Figur.

0 Kommentare

Neuester Kommentar