Sport : Hildebrand neue Nummer drei?

Völler nominiert Stuttgarts Torhüter für das Belgien-Spiel

Stefan Hermanns

Frankfurt (Main) . Rudi Völler ist auch in Modedingen ein gefragter Gesprächspartner. „Ich bin zwar kein Italiener“, sagt er und meint mit diesem Satz, dass er lange genug in Italien gelebt hat, um sich in ästhetischen Dingen ein profundes Urteil erlauben zu können. Als Völler, der Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, gestern das neue Trikot für die Europameisterschaft begutachten sollte, hob er die gelungene Mischung aus klassischen Elementen und den modischen Neuerungen hervor. So ähnlich hätte er sich auch über den Kader des Nationalteams für das Testspiel am kommenden Mittwoch gegen Belgien äußern können.

Völler, dem oft ein übertriebenes Beharrungsvermögen vorgeworfen wird, hat für den Test in Köln 21 Spieler nominiert, neun von ihnen sind 25 Jahre alt oder jünger. Nur einer aber, Timo Hildebrand, ist bisher ohne Einsatz in der Nationalmannschaft. Der Stuttgarter Torhüter darf auf der Ersatzbank Platz nehmen, weil Oliver Kahn eine Pause erhält und Jens Lehmann an seiner Stelle im Tor steht. „Eine Vorentscheidung ist das noch nicht“, sagte Völler im Hinblick auf den Platz als dritter Torhüter im Kader für die EM in Portugal. Aber vielleicht ein erster Hinweis.

Doch so wie es für die Nominierten „nicht selbstverständlich ist, dass sie bei der EM dabei sind“, so seien auch die Nicht-Nominierten noch nicht aus dem Rennen, sagte Völler. Marko Rehmer und Christian Ziege fehlen im Aufgebot, dafür ist einer erneut im Kader, der in seinem Verein zuletzt nur noch Ersatzspieler war. Und mehr als das: „Jens Nowotny wird auf jeden Fall spielen“, sagte der Teamchef.

Völler hat anders als der Rest der Republik bei seinem Abwehrchef nach dessen langer Verletzung kein Fitnessdefizit ausgemacht, „das ist ein Kopfproblem“. Unter Nowotny hatte das Auftreten zuletzt so sehr gelitten, dass sogar ein unmittelbarer Zusammenhang konstruiert worden war zwischen dem Mitwirken Nowotnys und den Niederlagen des Teams. Als er in den letzten beiden Bundesligaspielen nur auf der Bank saß, gewann Bayer. „Ich bin überzeugt, dass sie die Spiele auch mit Jens gewonnen hätten“, sagte Völler.

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