Sport : Hilfe aus Helsinki

Die deutschen WM-Medaillengewinner sollen dazu beitragen, den Erfolg des Istaf 2004 zu wiederholen

Friedhard Teuffel

Berlin - Im vergangenen Jahr wollte Berlin mit dem Istaf eine Weltmeisterschaft gewinnen, diesmal kann es die vergangene Weltmeisterschaft genießen. Zehn Athleten sind an diesem Sonntag am Start, die vor drei Wochen in Helsinki Weltmeister geworden sind. Dazu kommen noch neun Olympiasieger aus dem Vorjahr. Es soll eine entspannte Veranstaltung werden, nachdem das Istaf im vergangenen Jahr die wichtigste Referenz der Stadt für die WM-Bewerbung 2009 war. Im Dezember bekam Berlin den Zuschlag.

Die Veranstalter hoffen, auch vom leichten Aufschwung zu profitieren, den die deutsche Leichtathletik in Helsinki genommen hat. Fünf Medaillen hatten die Deutschen in Finnland gewonnen, darunter eine goldene durch Franka Dietzsch im Diskuswerfen. Wenn nach vier Jahren wieder eine Weltmeisterin aus Deutschland kommt, sollte sie auch starten, dachten sich die Veranstalter und nahmen das Diskuswerfen statt des Speerwerfens noch kurzfristig ins Programm. „Insgesamt haben wir fast die komplette deutsche Nationalmannschaft von Helsinki am Start“, sagt Gerhard Janetzky, der Geschäftsführer des Berliner Stadionfestes. Das ist freilich ein wenig übertrieben, denn von 52 deutschen WM-Teilnehmern sind zwanzig nach Berlin gekommen.

Ob ein deutscher Athlet auch das Zeug zu einem Sieg hat? Franka Dietzsch auf jeden Fall nach ihrem furiosen Erfolg in Helsinki und vielleicht auch noch Kugelstoßer Ralf Bartels, der bei der WM im letzten Versuch noch die Bronzemedaille gewann. Gemessen an den Saisonbestzeiten ist Tobias Unger der schnellste Teilnehmer im Finale über 200 Meter. Doch nach der WM musste er eine Woche aussetzen, weil die Belastung seinem Körper zu viel geworden war. Im Stabhochsprung versuchen gleich sieben Deutsche, Weltmeister Rens Blom aus den Niederlanden zu besiegen. Neben den deutschen Athleten steht vor allem Tatjana Lebedewa im Mittelpunkt, denn die Russin kann sich mit einem Erfolg im Dreisprung die Belohnung für sechs Siege bei den sechs Meetings der Golden League abholen: den Jackpot von einer Million Dollar in Gold.

Schwer zu übertreffen sein wird dafür die Zuschauerzahl. 62 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr, jede verkaufte Eintrittskarte stellten die Veranstalter dem Internationalen Leichtathletik-Verband als Wahlzettel für die WM 2009 in Berlin dar – am Ende mit Erfolg. Etwa 60 000 Zuschauer werden diesmal erwartet. „Wir haben ein gutes Meeting zu verteidigen“, sagt Janetzky. Nicht alle Leichtathletikveranstalter haben jedoch darauf Rücksicht genommen. Gestern fand in Paris ein Länderkampf statt, Ladji Doucouré der Weltmeister über 110 Meter Hürden aus Frankreich, startete erst um 16.20 Uhr und sollte dann mit einer Privatmaschine nach Berlin geflogen werden. In Moskau fand außerdem ein Länderkampf zwischen den USA und Russland statt. „Das ist nicht gerade fair gegenüber den Athleten“, sagt Janetzky.

Auch im kommenden Jahr werde das Istaf am 3. September die Finalstation der Golden League sein, kündigt Janetzky an. Die Aufmerksamkeit wird es sich in Deutschland aber mit einem anderen Ereignis teilen müssen. Im nächsten Jahr findet das World-Athletics-Final in Stuttgart statt.

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